
Luftwärmepumpe: Technik, Eignung, Grenzen
Die meistgebaute Bauart — ihre Stärken, ihre Grenzen und wann etwas anderes besser passt.
Die Luftwärmepumpe entzieht der Außenluft Wärme und hebt sie mit einem Kältekreis auf Heiztemperatur. Sie braucht keine Bohrung und keine Genehmigung, ist damit die günstigste und am schnellsten realisierbare Bauart. Ihr Nachteil: Die Effizienz sinkt, wenn es draußen kalt ist.
Wie sie arbeitet
Ein Ventilator zieht Außenluft über einen Verdampfer. Darin verdampft ein Kältemittel schon bei Minusgraden und nimmt dabei Wärme auf. Ein elektrisch angetriebener Verdichter komprimiert den Dampf, wodurch dessen Temperatur stark steigt. Im Verflüssiger gibt er die Wärme an das Heizungswasser ab, ein Expansionsventil entspannt ihn wieder — der Kreis beginnt von vorn.
Aus einer Kilowattstunde Strom entstehen so drei bis viereinhalb Kilowattstunden Wärme. Der Rest stammt aus der Umgebungsluft und ist kostenlos. Genau dieses Verhältnis beschreibt die Jahresarbeitszahl.
Wofür sie taugt und wofür nicht
Die Luftwärmepumpe ist der pragmatische Standard: Sie passt auf nahezu jedes Grundstück, braucht keine wasserrechtliche Erlaubnis und ist in wenigen Tagen installiert. Für Neubau und sanierten Bestand ist sie fast immer die wirtschaftlichste Wahl.
- Gut geeignet
Neubau und sanierter Bestand mit Vorlauftemperaturen bis 50 Grad, Grundstücke ohne Platz für Kollektoren, Gebäude mit Photovoltaikanlage, Projekte mit knappem Zeitplan.
- Mit Einschränkung geeignet
Unsanierte Altbauten mit hohem Temperaturbedarf. Machbar mit Hochtemperatur-Geräten, aber mit schlechterer Arbeitszahl. Meist lohnt vorher die Anpassung einzelner Heizflächen.
- Weniger geeignet
Sehr dichte Bebauung mit strengen Schallanforderungen ohne geeigneten Aufstellort, sowie Gebäude mit sehr hohem Wärmebedarf, bei denen sich der Effizienzvorsprung der Erdwärme rechnet.
Monoblock oder Split
Beim Monoblock liegt der komplette Kältekreis im Außengerät; ins Haus führen nur zwei wassergeführte Leitungen. Das erlaubt den Einsatz von Propan als Kältemittel, macht kältetechnische Arbeiten überflüssig und vereinfacht spätere Wartung. Die Leitungen müssen dafür frostsicher verlegt sein.
Beim Splitgerät sitzt der Verdichter im Haus, verbunden über Kältemittelleitungen. Das reduziert Wärmeverluste bei langen Wegen, erfordert aber zertifizierte Kältetechnik und schränkt die Kältemittelwahl ein. Im Bestand setzen wir überwiegend Monoblock-Geräte ein.
Das werden wir oft gefragt
Wie laut ist eine Luftwärmepumpe?
Aktuelle Geräte liegen bei 35 bis 45 Dezibel in vier Metern Abstand, im Nachtbetrieb darunter. Maßgeblich sind die Immissionsrichtwerte der TA Lärm am Nachbargebäude, nachts 35 Dezibel in reinen Wohngebieten. Den Nachweis führen wir bei der Planung.
Braucht eine Luftwärmepumpe eine Genehmigung?
In der Regel nicht. Zu beachten sind aber die Abstandsflächen der Landesbauordnung und der Schallschutz gegenüber der Nachbarbebauung. In einzelnen Bundesländern gelten für Außengeräte Mindestabstände zur Grundstücksgrenze.
Wie lange hält eine Luftwärmepumpe?
15 bis 20 Jahre sind realistisch, bei guter Auslegung und jährlicher Wartung auch länger. Der Verdichter ist das am stärksten belastete Bauteil; häufiges Takten durch Überdimensionierung verkürzt seine Lebensdauer deutlich.
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