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Kältemittel in Wärmepumpen

Kältemittel in Wärmepumpen

Propan, R32 und CO2 — welches Kältemittel welche Temperaturen schafft und was erlaubt bleibt.

Kurz gesagt

Aktuelle Wärmepumpen nutzen überwiegend Propan (R290) oder R32. Propan hat ein Treibhauspotenzial von 3, erreicht Vorlauftemperaturen bis 75 Grad und erfüllt die Anforderungen für den Effizienzbonus. R32 liegt bei 675 und unterliegt der schrittweisen Beschränkung durch die F-Gas-Verordnung.

Die gängigen Kältemittel im Vergleich

Das Treibhauspotenzial, abgekürzt GWP, gibt an, wie stark ein Kilogramm des Stoffes im Vergleich zu einem Kilogramm CO2 über hundert Jahre wirkt. Es ist der Maßstab, an dem sich die europäische Regulierung orientiert.

KältemittelGWPMax. VorlaufStatus
R290 (Propan)3bis ca. 75 °CNatürlich, zukunftssicher, brennbar
R32675bis ca. 60 °CVerbreitet, F-Gas-Beschränkung greift
R410A2.088bis ca. 55 °CAuslaufend, in Neugeräten kaum noch
R744 (CO2)1bis ca. 90 °CNische, sehr hoher Druck, meist Warmwasser
R1234ze7bis ca. 65 °CSynthetisch, niedriges GWP, teuer

Für den Effizienzbonus von 5 Prozent verlangt die Förderrichtlinie unter anderem ein natürliches Kältemittel. In der Praxis bedeutet das Propan.

Warum sich Propan durchgesetzt hat

Propan verflüssigt bei höheren Temperaturen als die meisten synthetischen Kältemittel. Das erlaubt Vorlauftemperaturen bis etwa 75 Grad in einer einzigen Verdichterstufe — genau das, was Altbauten mit unveränderten Heizkörpern brauchen.

Hinzu kommt die Regulierungssicherheit. Die F-Gas-Verordnung reduziert die zulässigen Mengen fluorierter Kältemittel schrittweise, was Nachfüllungen bei Reparaturen künftig teurer und schwieriger macht. Ein Gerät mit Propan ist davon nicht betroffen und über die gesamte Lebensdauer versorgungssicher.

Brennbarkeit richtig einordnen

Propan ist brennbar, eingestuft als A3. Die Füllmenge in einer Wärmepumpe liegt allerdings meist bei ein bis fünf Kilogramm — vergleichbar mit einer kleinen Campinggasflasche und deutlich unter dem, was in vielen Haushalten am Grill steht.

Praktisch bedeutet das Sicherheitsabstände am Aufstellort: zu Kellerabgängen, Lichtschächten, Fenstern und Türen, weil Propan schwerer als Luft ist und sich in Vertiefungen sammeln könnte. Bei Außenaufstellung im Monoblock sind diese Abstände in aller Regel problemlos einzuhalten. Bei Innenaufstellung gelten strengere Anforderungen an Lüftung und Raumgröße.

Häufige Fragen

Das werden wir oft gefragt

Muss das Kältemittel nachgefüllt werden?

Bei dichtem Kreislauf nicht. Monoblock-Geräte sind ab Werk hermetisch gefüllt und geprüft. Bei Split-Anlagen mit fluorierten Kältemitteln ab bestimmter Füllmenge sind wiederkehrende Dichtheitsprüfungen vorgeschrieben.

Ist eine Propan-Wärmepumpe gefährlich?

Bei fachgerechter Aufstellung nein. Die Geräte sind nach DIN EN 378 gebaut und geprüft, der Kreis ist hermetisch geschlossen. Entscheidend ist die Einhaltung der Aufstellabstände, die wir bei der Planung nachweisen.

Welches Kältemittel soll ich wählen?

Für Neuanlagen empfehlen wir Propan: höhere erreichbare Vorlauftemperaturen, minimales Treibhauspotenzial, Anspruch auf den Effizienzbonus und keine Regulierungsrisiken. R32 bleibt eine solide Wahl, wenn die Bauform es erfordert.

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