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Wärmepumpe mit vorhandenen Heizkörpern

Wärmepumpe mit vorhandenen Heizkörpern

Welche Heizkörper bleiben können, welche raus müssen — und wie man das vorher erkennt.

Kurz gesagt

Vorhandene Heizkörper reichen häufig aus. Alte Gussradiatoren sind meist großzügig dimensioniert und arbeiten gut mit 50 Grad Vorlauf. Kritisch sind kleine Plattenheizkörper in Bädern, Anbauten und Räumen über unbeheizten Kellern — dort genügt der gezielte Tausch einzelner Geräte.

Welche Heizkörper mit Wärmepumpe funktionieren

Maßgeblich ist die Wärmeleistung bei niedriger Vorlauftemperatur. Ein Heizkörper, der bei 75 Grad Vorlauf 1.500 Watt abgibt, liefert bei 50 Grad nur noch etwa 700 Watt und bei 45 Grad rund 550 Watt. Reicht das für den Raum, kann er bleiben.

HeizkörpertypEignungAnmerkung
Gussradiator, alt und großsehr gutOft überdimensioniert, ideale Voraussetzung
Plattenheizkörper Typ 22 / 33gutMehrlagig mit Konvektionsblechen, meist ausreichend
Plattenheizkörper Typ 10 / 11kritischEinlagig, wenig Fläche — häufig Tauschkandidat
Handtuchheizkörper im BadkritischGeringe Leistung, Bad braucht aber hohe Temperatur
Konvektor im BodenkanalkritischOhne Ventilator bei niedrigem Vorlauf sehr schwach

Die Typenbezeichnung steht meist auf einem Aufkleber an der Seite oder Unterseite des Heizkörpers. Die erste Ziffer nennt die Zahl der Platten, die zweite die der Konvektionsbleche.

Die Rechnung für einen Raum

Ein Beispiel: Ein Wohnzimmer mit 25 Quadratmetern im teilsanierten Altbau hat eine Heizlast von rund 1.750 Watt. Der vorhandene Typ-22-Heizkörper mit 1,4 Metern Länge und 60 Zentimetern Höhe leistet bei 55 Grad Vorlauf etwa 1.900 Watt — er reicht also.

Im Bad daneben mit 8 Quadratmetern und 24 Grad Wunschtemperatur beträgt die Heizlast 900 Watt. Der montierte Handtuchheizkörper liefert bei 55 Grad nur 450 Watt. Hier muss ein Gerät mit höherer Leistung her, sonst zwingt dieser eine Raum die Vorlauftemperatur des gesamten Hauses nach oben.

Der teuerste Fehler: alles tauschen

Ein kompletter Heizkörpertausch kostet in einem Einfamilienhaus schnell 8.000 bis 15.000 Euro — und ist fast nie nötig. Maßgeblich ist immer der ungünstigste Raum, denn er bestimmt die Vorlauftemperatur für alle anderen mit.

Wir ermitteln deshalb raumweise die Heizlast und stellen sie der Leistung des vorhandenen Heizkörpers bei der geplanten Vorlauftemperatur gegenüber. Meist zeigt diese Aufstellung, dass zwei bis vier Geräte genügen. Das ist der Unterschied zwischen 2.500 und 12.000 Euro Umbaukosten.

Häufige Fragen

Das werden wir oft gefragt

Woher weiß ich, welche Leistung mein Heizkörper hat?

Aus Typ, Baulänge und Bauhöhe lässt sich die Normleistung aus Herstellertabellen ablesen und auf die geplante Vorlauftemperatur umrechnen. Wir machen das im Rahmen der Heizlastberechnung raumweise.

Muss ich die Heizkörper vor dem Einbau tauschen?

Nicht zwingend vorher, aber die Planung sollte vorher stehen. Der Tausch kann zusammen mit dem Wärmepumpeneinbau erfolgen und ist dann als Umfeldmaßnahme förderfähig.

Helfen Ventilatoren an alten Heizkörpern?

Ja, nachrüstbare Lüfterleisten erhöhen die Leistung um 30 bis 50 Prozent und kosten je Heizkörper 100 bis 250 Euro. Sie sind eine günstige Zwischenlösung, erzeugen aber ein leises Betriebsgeräusch und brauchen Strom.

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