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Wärmepumpe im Altbau: Was kostet der Umstieg?

Wärmepumpe im Altbau: Was kostet der Umstieg?

Der ehrliche Preis im Bestandsgebäude — inklusive der Posten, die im Neubau entfallen.

Kurz gesagt

Im Altbau kostet eine Luft-Wasser-Wärmepumpe komplett eingebaut typischerweise 30.000 bis 45.000 Euro brutto. Der Aufpreis gegenüber dem Neubau liegt bei 3.000 bis 8.000 Euro und entsteht fast ausschließlich durch angepasste Heizflächen und Hydraulik, nicht durch ein teureres Gerät.

Woher der Aufpreis im Bestand kommt

Die Wärmepumpe kostet im Altbau nicht mehr als im Neubau. Teurer wird das Drumherum: Ein Bestandsgebäude braucht häufig eine höhere Vorlauftemperatur, was entweder ein leistungsfähigeres Gerät oder größere Heizflächen erfordert. Dazu kommen Leitungsführung, Durchbrüche und die Entsorgung der Altheizung.

Die gute Nachricht: Fast nie ist eine Komplettsanierung nötig. Der Feldtest des Fraunhofer ISE hat gezeigt, dass Wärmepumpen auch in unsanierten und teilsanierten Altbauten effizient laufen. Entscheidend sind Heizlast, Heizflächen und die Auslegung — nicht das Baujahr.

Typische Zusatzposten im Altbau

Diese Positionen tauchen im Bestand auf und fehlen im Neubau. Nicht alle fallen bei jedem Haus an — welche nötig sind, klärt die Bestandsaufnahme vor Ort.

  • Austausch einzelner Heizkörper

    600 bis 1.200 Euro je Raum. Meist reichen zwei bis vier kritische Räume, in denen der alte Heizkörper zu klein dimensioniert ist. Ein Komplettaustausch ist selten wirtschaftlich.

  • Hydraulischer Abgleich

    600 bis 1.500 Euro. Pflicht für die Förderung und Voraussetzung dafür, dass jeder Raum die richtige Wärmemenge bekommt. Ohne ihn läuft die Wärmepumpe dauerhaft zu heiß.

  • Entsorgung der Altheizung

    500 bis 1.500 Euro für Ausbau und Entsorgung von Kessel und Öltank. Bei Öltanks im Keller kann die Demontage aufwendiger werden.

  • Elektroanschluss ertüchtigen

    500 bis 2.500 Euro, wenn der Zählerschrank veraltet ist oder eine eigene Zuleitung mit separatem Zähler für den Wärmepumpentarif gelegt wird.

  • Warmwasserspeicher

    1.500 bis 3.000 Euro, falls der alte Speicher nicht zur Wärmepumpe passt. Wärmepumpen brauchen größere Wärmetauscherflächen als Gaskessel.

Was die Förderung im Altbau besonders attraktiv macht

Gerade im Bestand greift der Klimageschwindigkeitsbonus von 20 Prozent, denn er setzt den Austausch einer funktionstüchtigen Öl-, Gas-, Kohle- oder Nachtspeicherheizung voraus. Zusammen mit Grundförderung, Effizienz- und gegebenenfalls Einkommensbonus sind bis zu 70 Prozent erreichbar.

Damit dreht sich die Rechnung um: Eine Altbau-Anlage für 35.000 Euro wird bis zum Höchstbetrag von 30.000 Euro gefördert, also mit bis zu 21.000 Euro. Der Eigenanteil liegt dann bei rund 14.000 Euro — weniger als eine neue Gasheizung mit anschließend steigenden CO2-Kosten.

Wo sich Sparen rächt

Der häufigste Fehler im Altbau ist eine zu groß gewählte Wärmepumpe. Sie kostet mehr in der Anschaffung, taktet im Teillastbetrieb und verschleißt schneller. Grundlage muss eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 sein, nicht eine Faustformel nach Quadratmetern.

Der zweithäufigste Fehler ist der Verzicht auf die Anpassung der Heizflächen. Wer die Vorlauftemperatur bei 60 Grad belässt, statt sie auf 45 bis 50 Grad zu senken, zahlt das über die gesamte Lebensdauer mit einer um mehrere Zehntel schlechteren Jahresarbeitszahl — jedes Zehntel entspricht rund drei Prozent Stromverbrauch.

Häufige Fragen

Das werden wir oft gefragt

Muss ich vor dem Einbau dämmen?

In den meisten Fällen nicht. Eine Grunddämmung und dichte Fenster helfen, eine Komplettsanierung ist aber selten nötig. Oft senken gezielte Maßnahmen wie größere Heizkörper und ein hydraulischer Abgleich die Vorlauftemperatur ausreichend.

Wie viel teurer ist der Altbau gegenüber dem Neubau?

Typischerweise 3.000 bis 8.000 Euro. Der Unterschied entsteht durch Heizflächenanpassung, Leitungsführung und die Entsorgung der Altheizung, nicht durch ein teureres Gerät.

Rechnet sich das bei einem alten, ungedämmten Haus überhaupt?

Häufig ja, weil gerade dort die bisherigen Heizkosten hoch sind und der Klimageschwindigkeitsbonus greift. Entscheidend ist, welche Vorlauftemperatur an den kältesten Tagen wirklich nötig ist. Das misst man am besten über eine Heizkurvenabsenkung im laufenden Betrieb, bevor investiert wird.

Brauche ich eine Fußbodenheizung?

Nein. Mit ausreichend großen oder gegen Niedertemperatur-Modelle getauschten Heizkörpern arbeiten Wärmepumpen auch im Altbau effizient. Die Flächenheizung ist der Idealfall, keine Bedingung.

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