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Wärmepumpe nachrüsten: Was der Umstieg kostet

Wärmepumpe nachrüsten: Was der Umstieg kostet

Vom Gas- oder Ölkessel zur Wärmepumpe — mit allen Posten, die beim Wechsel anfallen.

Kurz gesagt

Das Nachrüsten einer Wärmepumpe kostet 30.000 bis 45.000 Euro brutto komplett. Gegenüber dem Einbau im Neubau kommen Entsorgung der Altheizung, Heizflächenanpassung und oft ein neuer Warmwasserspeicher hinzu, zusammen 3.000 bis 8.000 Euro.

Was beim Wechsel zusätzlich anfällt

Beim Nachrüsten ersetzt die Wärmepumpe ein funktionierendes System. Das bringt Arbeiten mit sich, die im Neubau entfallen: Der alte Kessel muss raus, der Schornstein wird stillgelegt, bei Öl kommt die Tankdemontage hinzu, und die Hydraulik im Haus wird auf die niedrigere Vorlauftemperatur umgestellt.

Genau diese Arbeiten fördert der Zuschuss 458 als Umfeldmaßnahmen mit. Wer den Kessel eigenständig vorab ausbaut, verliert diesen Anspruch — die Reihenfolge Antrag, dann Auftrag, dann Ausführung ist zwingend.

Der Klimageschwindigkeitsbonus macht den Unterschied

Wer eine funktionstüchtige Öl-, Gas-, Kohle- oder Nachtspeicherheizung ersetzt, erhält 20 Prozent zusätzlich zur Grundförderung von 30 Prozent. Bei Gasheizungen gilt zusätzlich, dass sie mindestens 20 Jahre alt sein müssen.

Zusammen mit Effizienzbonus und gegebenenfalls Einkommensbonus sind 70 Prozent erreichbar. Bei einer Anlage für 38.000 Euro werden 30.000 Euro als förderfähig anerkannt, davon bis zu 21.000 Euro erstattet. Der Eigenanteil liegt dann bei rund 17.000 Euro.

Voraussetzungen vorab klären

Drei Dinge entscheiden, ob das Nachrüsten ohne größeren Umbau gelingt. Wir prüfen sie bei der Bestandsaufnahme:

  • Vorlauftemperatur im Bestand

    Läuft die Heizung an kalten Tagen mit 55 Grad oder weniger warm, ist das System ohne Weiteres wärmepumpentauglich. Der Test lässt sich in der laufenden Heizperiode kostenlos durchführen.

  • Zustand der Heizflächen

    Alte Gussradiatoren sind oft großzügig dimensioniert und funktionieren gut. Kritisch sind kleine Plattenheizkörper in Anbauten und Bädern — dort reicht meist der Tausch einzelner Geräte.

  • Elektroanschluss

    Die Wärmepumpe braucht eine eigene abgesicherte Zuleitung und je nach Netzbetreiber einen separaten Zähler. Bei alten Zählerschränken sind 500 bis 2.500 Euro für die Ertüchtigung einzuplanen.

Häufige Fragen

Das werden wir oft gefragt

Kann ich die Wärmepumpe parallel zur Gasheizung betreiben?

Ja, das ist eine Hybridlösung. Die Wärmepumpe deckt den Grundbedarf, der Gaskessel springt an den kältesten Tagen ein. Gefördert wird dabei nur der Wärmepumpenanteil, und der Gaskessel muss weiterhin gewartet und der Schornstein betrieben werden.

Wie lange ist die Heizung außer Betrieb?

Meist einen Tag. Wir bauen so um, dass die Altheizung bis zum Anschlusstag läuft. Bei Einbau in der Heizperiode stellen wir bei Bedarf eine mobile Übergangsheizung.

Lohnt sich Nachrüsten bei einer erst zehn Jahre alten Gasheizung?

Wirtschaftlich selten sofort, denn die Restnutzungsdauer verfällt. Sinnvoll wird es, wenn ohnehin saniert wird, der CO2-Preis den Gaspreis weiter treibt oder eine Photovoltaikanlage vorhanden ist. Beachten Sie, dass der Klimageschwindigkeitsbonus bei Gasheizungen ein Alter von 20 Jahren voraussetzt.

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