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Was kostet eine Wärmepumpe?

Was kostet eine Wärmepumpe?

Gerät, Einbau, Nebenkosten und Förderung — die vollständige Kostenrechnung statt einer Werbezahl.

Kurz gesagt

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet im Einfamilienhaus komplett eingebaut typischerweise 27.000 bis 40.000 Euro brutto. Nach der Bundesförderung von bis zu 70 Prozent bleiben davon oft 9.000 bis 19.000 Euro Eigenanteil. Erdwärme liegt vor Förderung etwa 8.000 bis 15.000 Euro höher, spart dafür im Betrieb.

Warum eine einzelne Zahl in die Irre führt

Wer nach dem Preis einer Wärmepumpe sucht, findet Angebote ab 8.000 Euro und Rechnungen über 50.000 Euro. Beides stimmt — nur beschreiben sie nicht dasselbe. Die niedrige Zahl ist meist der reine Gerätepreis ab Werk, die hohe eine Erdwärmeanlage samt Bohrung und neuen Heizflächen.

Sinnvoll vergleichbar wird es erst, wenn man die Anlage in vier Blöcke zerlegt: das Gerät, die Erschließung der Wärmequelle, die Installation im Haus und die Anpassungen am bestehenden Heizsystem. Der letzte Block ist der, den Pauschalangebote gern verschweigen — und der im Altbau über die Effizienz der nächsten zwanzig Jahre entscheidet.

Die vier Kostenblöcke im Einzelnen

So setzt sich der Komplettpreis einer typischen Anlage zusammen. Die Anteile verschieben sich je nach Bauart deutlich: Bei Luft-Wasser dominiert das Gerät, bei Erdwärme die Erschließung.

  • Wärmepumpe selbst

    12.000 bis 20.000 Euro für ein Luft-Wasser-Gerät der gängigen Leistungsklassen, inklusive Regelung. Hochtemperatur-Geräte mit Propan als Kältemittel liegen am oberen Ende.

  • Erschließung der Wärmequelle

    Bei Luft entfällt dieser Block fast vollständig. Bei Erdwärme mit Sonde kommen 10.000 bis 20.000 Euro für Bohrung, Genehmigung und Sondenmaterial hinzu, beim Flächenkollektor 6.000 bis 12.000 Euro für Aushub und Verlegung.

  • Installation und Hydraulik

    6.000 bis 12.000 Euro für Aufstellung, Fundament, Durchbrüche, Verrohrung, Pufferspeicher, Warmwasserspeicher, Elektroanschluss und Inbetriebnahme.

  • Anpassung am Heizsystem

    0 bis 8.000 Euro. Hydraulischer Abgleich ist Pflicht und meist im Preis. Werden einzelne Heizkörper gegen Niedertemperatur-Modelle getauscht, kostet das je Raum rund 600 bis 1.200 Euro.

Preisspannen nach Bauart

Die folgenden Spannen gelten für ein Einfamilienhaus mit rund 140 Quadratmetern und einer Heizlast um 8 bis 12 Kilowatt, komplett eingebaut und betriebsfertig übergeben, vor Abzug der Förderung.

BauartKomplettpreis bruttoEigenanteil nach 70 % Förderung
Luft-Wasser-Wärmepumpe27.000 – 40.000 €ab ca. 9.000 €
Sole-Wasser mit Flächenkollektor30.000 – 45.000 €ab ca. 12.000 €
Sole-Wasser mit Erdsonde35.000 – 55.000 €ab ca. 17.000 €
Wasser-Wasser (Grundwasser)35.000 – 50.000 €ab ca. 17.000 €
Brauchwasserwärmepumpe (nur Warmwasser)2.500 – 4.500 €ab ca. 750 €

Der Eigenanteil ergibt sich aus dem Förderhöchstbetrag von 30.000 Euro für die erste Wohneinheit. Alles darüber trägt der Bauherr allein — deshalb steigt der Eigenanteil bei teureren Anlagen überproportional.

Was die Förderung tatsächlich abzieht

Der KfW-Zuschuss 458 setzt sich aus Grundförderung von 30 Prozent und mehreren Boni zusammen: 20 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus beim Austausch einer alten Öl-, Gas- oder Kohleheizung, 5 Prozent Effizienzbonus für Geräte mit natürlichem Kältemittel oder Erdwärmenutzung und 30 Prozent Einkommensbonus bis 40.000 Euro zu versteuerndem Haushaltseinkommen. Gedeckelt ist die Summe bei 70 Prozent.

Entscheidend ist der Förderhöchstbetrag: Bezuschusst werden höchstens 30.000 Euro Investitionskosten für die erste Wohneinheit. Bei 70 Prozent sind das maximal 21.000 Euro Zuschuss. Eine Anlage für 27.000 Euro wird also fast vollständig gefördert, bei 45.000 Euro bleiben die oberen 15.000 Euro ungefördert.

Laufende Kosten nicht vergessen

Die Anschaffung ist die eine Hälfte der Rechnung. Im Betrieb verbraucht eine Wärmepumpe im Einfamilienhaus je nach Dämmzustand rund 3.000 bis 6.000 Kilowattstunden Strom im Jahr. Mit einem Wärmepumpentarif ergeben das etwa 750 bis 1.600 Euro jährlich.

Dazu kommen rund 150 bis 250 Euro für die jährliche Wartung. Wer eine Photovoltaikanlage betreibt, deckt je nach Auslegung 25 bis 40 Prozent des Wärmepumpenstroms selbst und senkt die laufenden Kosten entsprechend.

Häufige Fragen

Das werden wir oft gefragt

Was kostet eine Wärmepumpe mit Einbau?

Für ein Einfamilienhaus liegt der Komplettpreis einer Luft-Wasser-Wärmepumpe inklusive Montage, Speicher, Hydraulik und Inbetriebnahme bei 27.000 bis 40.000 Euro brutto. Nach Förderung bleiben davon häufig 9.000 bis 19.000 Euro Eigenanteil.

Warum sind die Preisspannen so breit?

Weil der Aufwand im Haus stark variiert. Ein Neubau mit Fußbodenheizung braucht kaum Anpassungen, ein Altbau mit alten Heizkörpern und langen Leitungswegen dagegen einen hydraulischen Umbau. Die Wärmepumpe selbst macht oft nur die Hälfte der Rechnung aus.

Lohnt sich die Wärmepumpe finanziell gegenüber Gas?

In der Regel ja, aber die Amortisationszeit hängt am Strom- und Gaspreis sowie am CO2-Preis, der bis 2027 weiter steigt. Bei geförderter Anschaffung und einer Jahresarbeitszahl über 3,5 rechnet sich eine Wärmepumpe meist innerhalb von acht bis fünfzehn Jahren.

Gibt es versteckte Kosten?

Seriöse Angebote weisen Fundament, Durchbrüche, Elektroanschluss, Zähler, Speicher und hydraulischen Abgleich einzeln aus. Fehlen diese Posten in einem auffällig günstigen Angebot, werden sie später nachberechnet. Prüfen Sie zusätzlich, ob Entsorgung der Altheizung und Inbetriebnahme enthalten sind.

Muss ich die Kosten vorstrecken?

Ja. Der KfW-Zuschuss wird nach Fertigstellung ausgezahlt, der Antrag muss aber vor Auftragsvergabe gestellt sein, beziehungsweise mit einem Liefer- und Leistungsvertrag mit aufschiebender Bedingung. Die Reihenfolge ist entscheidend, sonst entfällt der Anspruch.

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