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Stromverbrauch der Wärmepumpe im Altbau

Stromverbrauch der Wärmepumpe im Altbau

Die realistischen Werte für Bestandsgebäude — und wo sie sich am schnellsten drücken lassen.

Kurz gesagt

Im Altbau verbraucht eine Wärmepumpe 6.000 bis 11.000 Kilowattstunden im Jahr, also etwa das Zweieinhalbfache eines Neubaus. Ursache sind der höhere Wärmebedarf und die höhere Vorlauftemperatur, die gemeinsam wirken. Beide lassen sich ohne Vollsanierung deutlich verbessern.

Zwei Effekte, die sich multiplizieren

Ein unsanierter Altbau braucht mehr Wärme — das ist offensichtlich. Weniger offensichtlich ist der zweite Effekt: Weil die vorhandenen Heizkörper für 70 Grad Vorlauf ausgelegt wurden, muss die Wärmepumpe heißer fahren und arbeitet dabei ineffizienter.

Bei 28.000 Kilowattstunden Wärmebedarf und einer Jahresarbeitszahl von 2,8 ergeben sich 10.000 Kilowattstunden Strom. Gelingt es, die Vorlauftemperatur von 60 auf 48 Grad zu senken, steigt die Jahresarbeitszahl auf etwa 3,5 — der Verbrauch fällt auf 8.000 Kilowattstunden, ohne dass ein einziger Quadratmeter gedämmt wurde.

Was im Bestand am meisten bringt

Nach unserer Erfahrung aus Bestandsanlagen wirken diese Maßnahmen am stärksten, gemessen an Aufwand und Ertrag:

  • Kritische Heizkörper tauschen

    Meist sind es zwei bis vier Räume, in denen der Heizkörper zu klein ist und die Vorlauftemperatur des ganzen Hauses nach oben zwingt. 600 bis 1.200 Euro je Raum, Wirkung: 10 bis 20 Prozent weniger Strom.

  • Hydraulischen Abgleich durchführen

    Ohne ihn bekommen nahe Räume zu viel und ferne zu wenig Wärme, was die Heizkurve nach oben treibt. 600 bis 1.500 Euro, Wirkung: 5 bis 15 Prozent.

  • Kellerdecke und oberste Geschossdecke dämmen

    Die günstigste Dämmmaßnahme überhaupt, oft 30 bis 60 Euro je Quadratmeter in Eigenleistung. Senkt den Wärmebedarf um 5 bis 12 Prozent.

  • Warmwasser entkoppeln

    Eine separate Brauchwasserwärmepumpe oder ein Frischwassermodul erlaubt niedrigere Heizungsvorlauftemperaturen, weil die Anlage nicht mehr für 55 Grad Speicherladung ausgelegt werden muss.

Häufige Fragen

Das werden wir oft gefragt

Ist der Stromverbrauch im Altbau untragbar hoch?

Nein, aber er verdient Aufmerksamkeit. 8.000 bis 10.000 Kilowattstunden entsprechen bei 25 Cent rund 2.000 bis 2.500 Euro im Jahr. Zum Vergleich: Dieselbe Wärme aus Gas kostet bei 12 Cent je Kilowattstunde plus CO2-Preis inzwischen ähnlich viel oder mehr.

Muss ich vor dem Einbau dämmen, um den Verbrauch zu senken?

Nicht zwingend. Die Heizflächenanpassung wirkt schneller und kostet weniger als eine Fassadendämmung. Wirtschaftlich sinnvoll sind ohnehin zuerst Kellerdecke und oberste Geschossdecke, nicht die Fassade.

Wie finde ich heraus, welche Vorlauftemperatur mein Haus braucht?

Mit einem Test in der laufenden Heizperiode: Heizkurve schrittweise absenken, bis an einem kalten Tag ein Raum nicht mehr warm wird. Der zuletzt funktionierende Wert ist die reale Anforderung. Der Test kostet nichts und ist die beste Grundlage für die Auslegung.

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