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Vorlauftemperatur bei der Wärmepumpe

Vorlauftemperatur bei der Wärmepumpe

Die wichtigste Zahl der ganzen Anlage — und wie jedes Grad auf die Stromrechnung wirkt.

Kurz gesagt

Wärmepumpen arbeiten am effizientesten mit 30 bis 45 Grad Vorlauftemperatur. Bis 55 Grad ist der Betrieb wirtschaftlich, darüber sinkt die Arbeitszahl deutlich. Hochtemperatur-Geräte erreichen 70 bis 75 Grad. Jedes Grad weniger verbessert die Jahresarbeitszahl um rund 2,5 Prozent.

Warum die Vorlauftemperatur alles entscheidet

Eine Wärmepumpe muss Wärme von der Quellentemperatur auf die Vorlauftemperatur heben. Je größer dieser Temperaturhub, desto mehr Arbeit muss der Verdichter leisten und desto mehr Strom fließt.

Bei einer Außentemperatur von null Grad und 35 Grad Vorlauf beträgt der Hub 35 Kelvin, bei 55 Grad Vorlauf bereits 55 Kelvin. Die Arbeitszahl fällt dadurch von etwa 4,0 auf 2,9 — bei identischem Gerät und identischem Wetter. Auf die Stromrechnung wirkt das mit rund 38 Prozent Mehrverbrauch.

Richtwerte nach Heizsystem

Welche Vorlauftemperatur nötig ist, bestimmt die Heizfläche, nicht die Wärmepumpe. Die Werte gelten für den Auslegungsfall, also den kältesten Tag; an milderen Tagen liegt die Temperatur über die Heizkurve deutlich niedriger.

HeizsystemVorlauf am AuslegungspunktJAZ typisch
Fußbodenheizung, Neubau30 – 35 °C4,2 – 5,0
Fußbodenheizung, Bestand35 – 40 °C4,0 – 4,5
Große Heizkörper, saniert40 – 50 °C3,5 – 4,0
Heizkörper, teilsaniert50 – 55 °C3,0 – 3,5
Heizkörper, unsaniert60 – 70 °C2,3 – 2,9

Die Warmwasserbereitung verlangt unabhängig davon 50 bis 55 Grad Speichertemperatur. Sie läuft aber nur wenige Stunden täglich und fällt deshalb weniger ins Gewicht als die Heizkurve.

So senken Sie die Vorlauftemperatur

Die Absenkung ist der wirksamste und günstigste Eingriff überhaupt. In dieser Reihenfolge vorgehen:

  • Heizkurve schrittweise absenken

    Zwei bis drei Grad pro Schritt, jeweils einige Tage beobachten. Kostet nichts und bringt in ungünstig eingestellten Anlagen oft schon fünf bis zehn Grad.

  • Thermostatventile öffnen

    Zugedrehte Ventile verkleinern die wirksame Heizfläche und erzwingen höhere Vorlauftemperaturen. Bei Wärmepumpen ist ein möglichst offener, abgeglichener Betrieb effizienter als Einzelraumregelung.

  • Hydraulisch abgleichen

    Sorgt dafür, dass jeder Raum genau seinen Anteil bekommt. Ohne Abgleich muss die Heizkurve auf den schlechtest versorgten Raum ausgelegt werden.

  • Kritische Heizkörper vergrößern

    Der letzte Schritt, mit der größten Wirkung. Zwei bis vier getauschte Heizkörper senken die nötige Vorlauftemperatur oft um zehn Grad.

Häufige Fragen

Das werden wir oft gefragt

Welche Vorlauftemperatur schafft eine Wärmepumpe maximal?

Standardgeräte erreichen 55 bis 60 Grad, Hochtemperatur-Modelle mit Propan 70 bis 75 Grad. Technisch möglich ist das, effizient ist es nicht: Bei 70 Grad Vorlauf liegt die Arbeitszahl je nach Außentemperatur nur noch bei 2,0 bis 2,5.

Reichen 55 Grad im Altbau?

In vielen Fällen ja. Genau prüfen lässt sich das mit einem Absenkversuch an der bestehenden Heizung während der Heizperiode. Werden bei 55 Grad alle Räume warm, ist der Betrieb mit einer Standard-Wärmepumpe wirtschaftlich.

Wie wirkt sich die Vorlauftemperatur auf die Kosten aus?

Etwa 2,5 Prozent Effizienz je Grad. Von 55 auf 45 Grad sind das rund 25 Prozent weniger Stromverbrauch. Bei 1.500 Euro Jahresstromkosten entspricht das etwa 375 Euro jährlich — die Investition in größere Heizkörper amortisiert sich damit oft in unter zehn Jahren.

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