BTPV Deutschland
Effizienz einer Wärmepumpe

Effizienz einer Wärmepumpe

COP, SCOP, JAZ und Eta — welche Zahl was aussagt und welche Bauart vorn liegt.

Kurz gesagt

Die Effizienz einer Wärmepumpe wird über COP, SCOP und Jahresarbeitszahl beschrieben. Am effizientesten arbeiten Wasser-Wasser-Anlagen mit Jahresarbeitszahlen um 5,0, gefolgt von Erdwärme mit 4,2 bis 5,0 und Luft-Wasser mit 3,0 bis 4,5. Entscheidender als die Bauart ist aber die Vorlauftemperatur.

Vier Kennzahlen, vier Aussagen

Im Datenblatt einer Wärmepumpe stehen mehrere Effizienzangaben nebeneinander, die Unterschiedliches messen. Wer sie verwechselt, vergleicht Äpfel mit Birnen.

  • COP (Leistungszahl)

    Momentanwert im Labor bei einem definierten Betriebspunkt, etwa A7/W35. Hoch und werbewirksam, aber ohne Aussage über den Jahresverbrauch.

  • SCOP (jahreszeitbedingte Leistungszahl)

    Genormter Jahreswert nach Ökodesign-Verordnung, gemessen für ein Klimamittel und eine Vorlauftemperatur. Vergleichbar zwischen Geräten, aber nicht identisch mit Ihrem Haus.

  • JAZ (Jahresarbeitszahl)

    Der real gemessene Wert Ihrer Anlage über zwölf Monate, inklusive Pumpen, Abtauung und Heizstab. Die einzige Zahl, die Ihrer Stromrechnung entspricht.

  • Eta_s (Raumheizungseffizienz)

    Prozentwert für das Energielabel, abgeleitet aus dem SCOP. Grundlage der Effizienzklassen A+ bis A+++ und Bezugsgröße für Förderanforderungen.

Effizienz nach Bauart

Die Unterschiede zwischen den Bauarten sind real, aber kleiner als die Unterschiede zwischen guter und schlechter Auslegung derselben Bauart.

BauartQuellentemperaturJAZ typisch
Luft-Wasser−15 bis +25 °C, stark schwankend3,0 – 4,5
Sole-Wasser, Flächenkollektor0 bis 12 °C4,0 – 4,8
Sole-Wasser, Erdsonde8 bis 12 °C, konstant4,2 – 5,0
Wasser-Wasser, Grundwasser8 bis 12 °C, sehr konstant4,5 – 5,5
Luft-Luft (Klimasplit)−15 bis +25 °C3,0 – 4,0

Eine Luft-Wasser-Anlage mit 35 Grad Vorlauf schlägt eine Erdwärmeanlage mit 55 Grad Vorlauf. Die Vorlauftemperatur wirkt stärker als die Wärmequelle.

Die Faustformel für den Alltag

Als grobe Orientierung gilt: Pro Grad Temperaturhub zwischen Quelle und Vorlauf sinkt die Effizienz um etwa 2,5 Prozent. Der Temperaturhub ist die Differenz zwischen der Wärmequelle und der benötigten Vorlauftemperatur.

Daraus folgt die wichtigste Konsequenz für die Praxis: Wer die Vorlauftemperatur um zehn Grad senkt, gewinnt rund 25 Prozent Effizienz — mehr, als der Wechsel von Luft auf Erdwärme bringt, und zu einem Bruchteil der Kosten.

Häufige Fragen

Das werden wir oft gefragt

Welche Wärmepumpe ist die effizienteste?

Gemessen an der Jahresarbeitszahl die Wasser-Wasser-Wärmepumpe mit Grundwasserbrunnen, gefolgt von der Erdsonde. Sie setzen allerdings geeignete Boden- und Wasserverhältnisse sowie eine wasserrechtliche Genehmigung voraus, die nicht überall zu bekommen ist.

Was bedeutet A+++ bei einer Wärmepumpe?

Die Effizienzklasse leitet sich aus der jahreszeitbedingten Raumheizungseffizienz ab, jeweils bezogen auf eine Vorlauftemperatur von 35 oder 55 Grad. Achten Sie darauf, auf welchen der beiden Werte sich die Angabe bezieht — bei 55 Grad fällt die Klasse regelmäßig schlechter aus.

Wie stark verschlechtert der Heizstab die Effizienz?

Erheblich. Der Heizstab arbeitet mit einer Arbeitszahl von 1,0. Deckt er nur fünf Prozent der Jahreswärme, sinkt eine JAZ von 4,0 bereits auf etwa 3,4. Er sollte deshalb ausschließlich als Notreserve und für die Legionellenschaltung freigegeben sein.

Jetzt starten

Gemeinsam zu einer nachhaltigen Zukunft

Sichern Sie sich Ihre kostenlose und unverbindliche Beratung. Wir finden die passende Energielösung für Ihr Zuhause.

Kostenlose Beratung