
Der Heizstab in der Wärmepumpe
Notreserve oder Stromfresser — wozu der Heizstab dient und wie er begrenzt gehört.
Der Heizstab ist eine elektrische Zusatzheizung, die an sehr kalten Tagen, bei der Legionellenschaltung und im Störfall einspringt. Er arbeitet mit einer Arbeitszahl von 1,0 und zieht die Jahresbilanz stark nach unten — deshalb sollte er nur als Reserve freigegeben sein, nicht als Regelbetrieb.
Drei legitime Aufgaben
Der Heizstab ist kein Konstruktionsfehler, sondern erfüllt Aufgaben, für die sich ein größerer Verdichter nicht lohnt:
- Spitzenlast an wenigen Tagen
Unterhalb der Auslegungstemperatur deckt er die Differenz. Ein Gerät, das auch minus 20 Grad allein schafft, wäre das restliche Jahr überdimensioniert und würde durch Taktung mehr verbrauchen, als der Heizstab an fünf Tagen kostet.
- Legionellenschaltung
Einmal wöchentlich muss der Warmwasserspeicher auf 60 Grad erwärmt werden. Viele Wärmepumpen erreichen das allein nicht effizient, weshalb der Heizstab die letzten Grad übernimmt.
- Notbetrieb
Fällt der Verdichter aus, hält der Heizstab das Haus warm, bis der Service kommt. Ohne ihn drohten im Winter Frostschäden.
Was er kostet, wenn er zu oft läuft
Der Heizstab wandelt eine Kilowattstunde Strom in eine Kilowattstunde Wärme — Arbeitszahl 1,0. Jede Kilowattstunde aus dem Heizstab kostet damit das Drei- bis Vierfache derselben Wärme aus dem Verdichter.
Die Wirkung auf die Jahresbilanz ist überproportional: Deckt der Heizstab nur fünf Prozent der Jahreswärme, sinkt eine Jahresarbeitszahl von 4,0 bereits auf etwa 3,4. Bei zehn Prozent fällt sie auf rund 2,9. Ein dauerhaft mitlaufender Heizstab ist deshalb die häufigste Ursache unerwartet hoher Stromrechnungen.
Richtig einstellen
In der Werkseinstellung ist der Heizstab oft großzügig freigegeben, damit es beim Erstbetrieb sicher warm wird. Nach der Inbetriebnahme sollte er begrenzt werden: Freigabe erst unterhalb einer definierten Außentemperatur, Sperre im Warmwasserbetrieb außer für die Legionellenschaltung, und keine Freigabe für den normalen Heizbetrieb.
Prüfen lässt sich das über die Betriebsstundenzähler der Regelung, die Heizstab und Verdichter getrennt ausweisen. Zeigt der Heizstab nach einem Winter mehr als etwa 50 Betriebsstunden, lohnt ein Blick auf Auslegung und Reglereinstellung.
Das werden wir oft gefragt
Kann ich den Heizstab ganz abschalten?
Technisch ja, empfehlenswert ist es nicht. Ohne ihn fehlt die Notreserve bei Verdichterausfall und die Legionellenschaltung kann eventuell nicht erreicht werden. Sinnvoller ist eine enge Freigabe statt vollständiger Abschaltung.
Lohnt sich ein Heizstab für PV-Überschuss?
Nur bedingt. Denselben Solarstrom über den Verdichter in Wärme umzuwandeln, liefert die drei- bis vierfache Wärmemenge. Ein PV-Heizstab ist erst dann sinnvoll, wenn die Wärmepumpe den Überschuss nicht mehr aufnehmen kann, weil die Speicher bereits geladen sind.
Wie erkenne ich, ob mein Heizstab zu oft läuft?
Über die getrennten Betriebsstundenzähler in der Regelung. Alternativ fällt es an der Stromrechnung auf: Ein sprunghaft höherer Verbrauch in Wochen mit moderatem Frost deutet auf unnötigen Heizstabbetrieb hin.
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