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Wärmepumpe im Winter: Leistung bei Frost

Wärmepumpe im Winter: Leistung bei Frost

Was bei minus zehn Grad wirklich passiert — Leistung, Abtaubetrieb und Heizstab.

Kurz gesagt

Moderne Luftwärmepumpen heizen zuverlässig bis etwa minus 20 Grad Außentemperatur. Die Leistung sinkt dabei auf 60 bis 75 Prozent des Nennwerts und die Arbeitszahl auf 2,0 bis 2,5. Da solche Temperaturen in Deutschland nur an wenigen Tagen auftreten, prägen sie die Jahresbilanz kaum.

Was bei Frost technisch passiert

Je kälter die Außenluft, desto weniger Wärme enthält sie und desto größer wird der Temperaturhub zur benötigten Vorlauftemperatur. Beides zusammen senkt Leistung und Effizienz. Ein Gerät mit 10 Kilowatt Nennleistung bei sieben Grad liefert bei minus zehn Grad noch etwa 7 Kilowatt.

Hinzu kommt der Abtaubetrieb: Bei Temperaturen zwischen etwa plus fünf und minus fünf Grad und hoher Luftfeuchte vereist der Verdampfer. Die Anlage kehrt den Kreislauf kurz um und taut ab, was einige Minuten dauert und Energie kostet. Paradoxerweise ist dieser Bereich um den Gefrierpunkt für die Effizienz kritischer als trockene Kälte bei minus fünfzehn Grad.

Auslegung auf den Normaußentemperatur-Punkt

Die Anlage wird nicht auf den kältesten denkbaren Tag ausgelegt, sondern auf die Normaußentemperatur des Standorts nach DIN EN 12831. Sie liegt je nach Region zwischen minus zehn und minus sechzehn Grad und beschreibt ein Zweitagesmittel, das statistisch alle zwanzig Jahre unterschritten wird.

Für die wenigen Stunden darunter springt ein elektrischer Heizstab ein. Das ist kein Konstruktionsfehler, sondern die wirtschaftlichere Lösung: Ein Gerät, das auch minus zwanzig Grad allein deckt, wäre den Rest des Jahres überdimensioniert und würde durch Taktung mehr Strom verbrauchen, als der Heizstab an wenigen Tagen kostet.

Photovoltaik im Winter

Genau dann, wenn die Wärmepumpe am meisten Strom braucht, liefert die Photovoltaikanlage am wenigsten. Eine 10-Kilowatt-Peak-Anlage erzeugt im Dezember etwa ein Zehntel des Juni-Ertrags. Ein Winterbetrieb ausschließlich mit eigenem Solarstrom ist damit nicht möglich.

Sinnvoll ist die Kombination trotzdem: Über das Jahr deckt die PV-Anlage 25 bis 40 Prozent des Wärmepumpenstroms, vor allem in den Übergangsmonaten und für die sommerliche Warmwasserbereitung. Wer den Winteranteil erhöhen will, erreicht mit einer Ost-West-Ausrichtung und steilerem Neigungswinkel mehr als mit zusätzlicher Speicherkapazität.

Häufige Fragen

Das werden wir oft gefragt

Bis zu welcher Temperatur funktioniert eine Luftwärmepumpe?

Aktuelle Geräte arbeiten bis etwa minus 20 Grad, einzelne Modelle bis minus 25 Grad. Die Leistung sinkt dabei deutlich, das Haus wird aber warm. Unterhalb der Auslegungsgrenze unterstützt der Heizstab.

Wie oft taut die Wärmepumpe ab?

Bei feuchtkaltem Wetter um den Gefrierpunkt alle 40 bis 90 Minuten für wenige Minuten. Bei trockener Kälte deutlich seltener. Häufigeres Abtauen deutet auf einen verschmutzten Verdampfer oder einen ungünstigen Aufstellort mit stehender feuchter Luft hin.

Wird es im Winter wirklich warm genug?

Ja, sofern die Anlage korrekt ausgelegt und die Heizkurve richtig eingestellt ist. Der Feldtest des Fraunhofer ISE hat das auch für unsanierte Altbauten bestätigt. Wird es nicht warm, liegt es fast immer an der Auslegung oder Einregulierung, nicht an der Technik.

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