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Jahresarbeitszahl: Was die JAZ wirklich aussagt

Jahresarbeitszahl: Was die JAZ wirklich aussagt

Die eine Kennzahl, die über Ihre Heizkosten entscheidet — und wie sie sich beeinflussen lässt.

Kurz gesagt

Die Jahresarbeitszahl gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme eine Anlage im Jahresmittel aus einer Kilowattstunde Strom erzeugt. Realistisch sind 3,0 bis 4,0 bei Luft-Wasser im Bestand, 4,0 bis 4,5 im Neubau und 4,2 bis 5,0 bei Erdwärme. Jeder Punkt hinter dem Komma entspricht rund 25 Prozent Stromkosten.

JAZ, COP und SCOP auseinanderhalten

Der COP ist ein Laborwert für einen einzelnen Betriebspunkt, etwa sieben Grad Außenluft und 35 Grad Vorlauf. Hersteller nennen ihn gern, weil er hoch ausfällt. Für die Stromrechnung sagt er wenig aus.

Die Jahresarbeitszahl dagegen misst die reale Anlage über ein ganzes Jahr, einschließlich Abtauzyklen, Standby, Umwälzpumpen, Warmwasserbereitung und eventuellem Heizstabbetrieb. Sie liegt deshalb systematisch unter dem COP. Der SCOP steht dazwischen: ein genormter Jahreswert, aber unter Prüfbedingungen, nicht in Ihrem Haus.

Welche Werte realistisch sind

Die Zahlen stammen aus dem Feldtest des Fraunhofer ISE und decken sich mit dem, was wir bei eigenen Anlagen messen. Der wichtigste Einflussfaktor ist in allen Fällen die Vorlauftemperatur.

Anlage und GebäudeJAZ realistischStrom je 20.000 kWh Wärme
Luft-Wasser, Altbau, 55 °C Vorlauf2,8 – 3,2ca. 6.700 kWh
Luft-Wasser, saniert, 45 °C Vorlauf3,6 – 4,0ca. 5.300 kWh
Luft-Wasser, Neubau, 35 °C Vorlauf4,2 – 4,8ca. 4.400 kWh
Sole-Wasser, Erdsonde, 35 °C Vorlauf4,5 – 5,0ca. 4.200 kWh
Wasser-Wasser, Brunnen4,8 – 5,5ca. 3.900 kWh

Für die Förderung wird bei Luft-Wasser-Geräten eine jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz nach Ökodesign-Verordnung verlangt. Die geforderten Mindestwerte erfüllen alle aktuellen Geräte am Markt — sie sind kein Qualitätsmerkmal, sondern eine Untergrenze.

Die JAZ nachträglich verbessern

Anders als beim Gaskessel lässt sich die Effizienz einer Wärmepumpe nach dem Einbau noch deutlich beeinflussen. Vier Maßnahmen wirken, ohne die Anlage zu tauschen:

  • Heizkurve absenken

    Schrittweise um jeweils zwei Grad, bis es an kalten Tagen gerade noch warm wird. Der häufigste und wirksamste Eingriff, kostenlos und in Minuten erledigt.

  • Heizungspumpe und Volumenstrom prüfen

    Eine zu geringe Spreizung zwischen Vor- und Rücklauf zwingt die Wärmepumpe zu höheren Vorlauftemperaturen. Zielwert sind fünf bis sieben Kelvin bei Heizkörpern.

  • Heizstab begrenzen

    Der elektrische Heizstab hat eine Arbeitszahl von 1,0 und zieht den Jahreswert stark nach unten. Er sollte nur als Notreserve und für die Legionellenschaltung freigegeben sein.

  • Einzelraumregler öffnen

    Zugedrehte Thermostatventile verkleinern die aktive Heizfläche und erzwingen höhere Vorlauftemperaturen. Bei Wärmepumpen ist ein möglichst offener, hydraulisch abgeglichener Betrieb effizienter.

Häufige Fragen

Das werden wir oft gefragt

Was ist eine gute Jahresarbeitszahl?

Im Bestand gilt alles ab 3,5 als gut, im Neubau ab 4,2. Unter 3,0 sollte die Anlage geprüft werden, meist stimmt dann die Heizkurve, die Warmwassertemperatur oder die Heizstabfreigabe nicht.

Wie messe ich die JAZ meiner Anlage?

Sie brauchen zwei Zähler: einen Stromzähler in der Zuleitung und einen Wärmemengenzähler im Heizkreis. Wärme geteilt durch Strom über zwölf Monate ergibt die JAZ. Viele moderne Geräte bringen beide Zähler bereits mit.

Ab welcher JAZ ist eine Wärmepumpe ökologisch sinnvoll?

Ab etwa 2,5 schlägt sie eine Gasbrennwertheizung bei den CO2-Emissionen, gerechnet mit dem aktuellen deutschen Strommix. Da der Strommix weiter dekarbonisiert wird, verschiebt sich diese Schwelle über die Lebensdauer der Anlage nach unten.

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