
Welche kW-Leistung braucht meine Wärmepumpe?
Von 4 bis 30 kW — welche Leistungsklasse zu welchem Gebäude passt.
Die nötige Leistung folgt aus der Heizlast, nicht aus der Wohnfläche. Im sanierten Einfamilienhaus sind 6 bis 11 Kilowatt üblich, im unsanierten Altbau 14 bis 18, im Mehrfamilienhaus 20 bis 40. Ausgelegt wird auf die Normaußentemperatur, nicht auf den kältesten denkbaren Tag.
Leistungsklassen und passende Gebäude
Die Zuordnung gilt für Luft-Wasser-Wärmepumpen und die Heizleistung am Auslegungspunkt. Herstellerangaben beziehen sich oft auf A7/W35, also sieben Grad Außenluft — dort liegt die Leistung deutlich höher als bei minus zehn Grad.
| Leistung | Typisches Gebäude | Wohnfläche etwa | Komplettpreis |
|---|---|---|---|
| 4 – 6 kW | Passivhaus, kleiner Neubau, Wohnung | 70 – 110 m² | 22.000 – 28.000 € |
| 7 – 9 kW | Neubau oder gut saniertes EFH | 110 – 150 m² | 25.000 – 34.000 € |
| 10 – 12 kW | Saniertes EFH, Reihenhausgruppe | 140 – 180 m² | 28.000 – 38.000 € |
| 13 – 16 kW | Teilsanierter Altbau | 160 – 220 m² | 32.000 – 42.000 € |
| 17 – 20 kW | Unsanierter Altbau, Zweifamilienhaus | 200 – 280 m² | 36.000 – 48.000 € |
| 22 – 40 kW | Mehrfamilienhaus, kleines Gewerbe | 300 – 600 m² | 50.000 – 90.000 € |
| ab 50 kW | Großobjekt, Gewerbe, Kaskade | ab 600 m² | individuell |
Ab etwa 25 Kilowatt werden häufig zwei kleinere Geräte in Kaskade geschaltet statt eines großen. Das verbessert das Teillastverhalten und schafft Redundanz bei Ausfall eines Geräts.
So schätzen Sie Ihre Heizlast vorab
Die verlässliche Zahl liefert die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831. Für eine erste Einordnung genügt der bisherige Verbrauch:
Nehmen Sie den Gasverbrauch der letzten drei Jahre in Kilowattstunden, bilden Sie den Mittelwert und teilen ihn durch die Jahresvollbenutzungsstunden Ihrer Region, meist 1.800 bis 2.200. Bei 24.000 Kilowattstunden und 2.000 Stunden ergibt das 12 Kilowatt Heizlast. Bei Öl rechnen Sie einen Liter mit rund 10 Kilowattstunden.
Wichtig: Von diesem Wert ist der Warmwasseranteil bereits enthalten, dafür fehlt der Nutzungsgrad des alten Kessels. Beide Effekte heben sich näherungsweise auf, weshalb die Schätzung meist auf ein bis zwei Kilowatt genau trifft.
Warum die nächstgrößere Klasse selten hilft
Der Reflex, im Zweifel größer zu wählen, stammt aus der Zeit der Gaskessel. Bei Wärmepumpen ist er kontraproduktiv: Ein überdimensioniertes Gerät kann in der Übergangszeit nicht weit genug heruntermodulieren, taktet und verschleißt schneller.
Die Spitzenlast an wenigen sehr kalten Tagen deckt stattdessen der Heizstab — günstiger, als das Gerät das ganze Jahr über zu groß zu betreiben. Entscheidend für die Wahl ist deshalb nicht nur die Nennleistung, sondern auch die Mindestleistung: Gute Geräte modulieren bis auf 25 bis 30 Prozent herunter.
Das werden wir oft gefragt
Wie viel kW brauche ich für 150 m²?
Im sanierten Bestand 8 bis 11 Kilowatt, im unsanierten Altbau 14 bis 18. Die Spanne zeigt, warum die Quadratmeterzahl allein nicht reicht — der Dämmzustand verdoppelt den Bedarf.
Was kostet eine 10-kW-Wärmepumpe?
Das Gerät 13.000 bis 17.000 Euro, komplett eingebaut 28.000 bis 38.000 Euro. Nach Förderung bleiben je nach Fördersatz 9.000 bis 20.000 Euro Eigenanteil.
Kann ich eine zu große Wärmepumpe drosseln?
In Grenzen ja, über den Modulationsbereich. Unterhalb der Mindestleistung des Verdichters ist aber Schluss — dann taktet das Gerät. Deshalb ist die Auswahl der richtigen Größe wichtiger als jede spätere Einstellung.
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