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Nachteile einer Wärmepumpe

Nachteile einer Wärmepumpe

Was gegen eine Wärmepumpe spricht — ungeschönt, samt der Einwände, die nicht mehr stimmen.

Kurz gesagt

Die realen Nachteile sind: hohe Anschaffungskosten, Abhängigkeit vom Strompreis, Geräusche des Außengeräts, Platzbedarf und die Notwendigkeit ausreichend großer Heizflächen. Überholt sind dagegen die Einwände, Wärmepumpen funktionierten nicht im Altbau oder nicht bei Frost.

Die Nachteile, die wirklich zählen

Wir bauen Wärmepumpen ein und halten sie in den meisten Fällen für die richtige Lösung. Das heißt nicht, dass sie keine Schwächen hätte. Diese fünf Punkte sprechen wir in jedem Beratungsgespräch an:

  • Hohe Anschaffungskosten

    27.000 bis 45.000 Euro gegenüber 12.000 bis 18.000 Euro für eine Gasbrennwertheizung. Die Förderung gleicht das weitgehend aus, muss aber vorfinanziert werden und der Zuschuss kommt erst nach Fertigstellung.

  • Abhängigkeit vom Strompreis

    Die Betriebskosten hängen an einem Energieträger, dessen Preisentwicklung niemand seriös vorhersagt. Wer das abfedern will, braucht eine Photovoltaikanlage — also eine weitere Investition.

  • Geräusche des Außengeräts

    35 bis 45 Dezibel klingen wenig, sind in dichter Bebauung und bei ungünstigem Aufstellort aber ein reales Thema, besonders nachts. Der Nachweis nach TA Lärm gehört zu jeder Planung.

  • Anforderung an die Heizflächen

    Sind die Heizkörper zu klein, muss entweder umgebaut oder mit schlechter Arbeitszahl gefahren werden. Das ist der häufigste Grund für enttäuschte Erwartungen.

  • Platzbedarf

    Außengerät, Pufferspeicher und Warmwasserspeicher brauchen mehr Raum als ein wandhängender Gasbrennwertkessel. In kleinen Technikräumen wird das schnell knapp.

Die Einwände, die nicht mehr stimmen

Manche Kritikpunkte stammen aus einer Zeit, in der Wärmepumpen tatsächlich anders gebaut wurden. Sie halten sich hartnäckig, sind aber inzwischen widerlegt.

EinwandStand der Dinge
Funktioniert nicht im AltbauDer Feldtest des Fraunhofer ISE zeigt effizienten Betrieb auch in unsanierten Gebäuden
Wird im Winter nicht warmAktuelle Geräte heizen bis etwa −20 °C, ausgelegt wird auf die Normaußentemperatur
Braucht zwingend FußbodenheizungAusreichend große Heizkörper genügen; entscheidend ist die Fläche, nicht die Bauart
Rechnet sich nieBei geförderter Anschaffung und JAZ über 3,5 meist Amortisation in 8 bis 15 Jahren
Ist wegen des Strommix nicht ökologischAb JAZ 2,5 besser als Gasbrennwert, Tendenz mit sinkendem Emissionsfaktor steigend

Wann wir abraten

Es gibt Fälle, in denen wir von einer Wärmepumpe abraten oder zunächst andere Schritte empfehlen. Dazu gehört ein sehr schlecht gedämmtes Gebäude, bei dem zuerst Kellerdecke und oberste Geschossdecke gedämmt werden sollten — das kostet wenig und senkt die nötige Anlagengröße.

Ebenso raten wir ab, wenn kein Aufstellort gefunden werden kann, der die Schallanforderungen einhält, oder wenn ein Anschluss an ein bereits geplantes Fernwärmenetz absehbar ist. Und wenn die vorhandene Heizung erst wenige Jahre alt ist, ist Abwarten oft die wirtschaftlichere Entscheidung.

Häufige Fragen

Das werden wir oft gefragt

Was ist der größte Nachteil einer Wärmepumpe?

Die hohen Anschaffungskosten in Verbindung mit der Vorfinanzierung. Auch bei 70 Prozent Förderung müssen zunächst 30.000 bis 45.000 Euro aufgebracht werden; der Zuschuss fließt erst nach Abschluss der Maßnahme.

Sind Wärmepumpen laut?

Moderne Geräte liegen bei 35 bis 45 Dezibel in vier Metern Abstand. Das entspricht etwa einem leisen Kühlschrank. Problematisch wird es bei ungünstigem Aufstellort, etwa in einem schmalen Schacht zwischen zwei Häusern, wo sich Schall reflektiert.

Lohnt sich eine Wärmepumpe im unsanierten Altbau?

Oft ja, aber nicht ohne Vorbereitung. Erst die tatsächlich nötige Vorlauftemperatur ermitteln, dann kritische Heizkörper tauschen, dann die Anlage auslegen. Wer diese Reihenfolge überspringt, zahlt zwanzig Jahre lang mit erhöhtem Stromverbrauch.

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