
Wärmepumpe oder Gasheizung?
Der Vollkostenvergleich über zwanzig Jahre — mit CO2-Preis und Förderung.
Die Gasheizung ist in der Anschaffung günstiger, die Wärmepumpe im Betrieb. Über zwanzig Jahre liegt die geförderte Wärmepumpe bei aktuellen Energiepreisen und steigendem CO2-Preis meist 10.000 bis 25.000 Euro günstiger. Hinzu kommt, dass reine Gasheizungen rechtlich zunehmend eingeschränkt werden.
Vollkostenvergleich über 20 Jahre
Beispiel: Einfamilienhaus, 20.000 Kilowattstunden Wärmebedarf, Austausch einer 22 Jahre alten Gasheizung. Wärmepumpe mit Jahresarbeitszahl 3,5 und 70 Prozent Förderung, Gasheizung mit 90 Prozent Nutzungsgrad.
| Position | Wärmepumpe | Gasheizung |
|---|---|---|
| Anschaffung brutto | 34.000 € | 16.000 € |
| Förderung | − 21.000 € | 0 € |
| Eigenanteil Anschaffung | 13.000 € | 16.000 € |
| Energie pro Jahr | 5.700 kWh Strom, ca. 1.430 € | 22.200 kWh Gas, ca. 2.660 € |
| Wartung, Schornsteinfeger pro Jahr | ca. 200 € | ca. 350 € |
| Betriebskosten über 20 Jahre | ca. 32.600 € | ca. 60.200 € |
| Gesamt über 20 Jahre | ca. 45.600 € | ca. 76.200 € |
Gerechnet mit 25 ct/kWh Wärmepumpenstrom und 12 ct/kWh Gas inklusive des heutigen CO2-Preises. Der CO2-Preis steigt planmäßig weiter, was die Gasseite zusätzlich belastet; ein steigender Strompreis wirkt umgekehrt. Beide Effekte sind in dieser Rechnung nicht fortgeschrieben.
Die rechtliche Seite
Seit 2024 gilt: Neu eingebaute Heizungen müssen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Für Bestandsgebäude greifen Übergangsfristen, die an die kommunale Wärmeplanung gekoppelt sind — je nach Gemeindegröße bis Mitte 2026 oder Mitte 2028.
Eine reine Gasheizung lässt sich in vielen Fällen noch einbauen, muss dann aber ab 2029 anteilig mit erneuerbaren Gasen betrieben werden, deren Verfügbarkeit und Preis offen sind. Wer heute eine Gasheizung einbaut, geht dieses Risiko für die gesamte Nutzungsdauer ein.
Wann die Gasheizung die richtige Wahl bleibt
Es gibt Situationen, in denen wir nicht zur Wärmepumpe raten. Wenn ein Anschluss an ein konkret geplantes Fernwärmenetz in den nächsten Jahren ansteht, kann eine Übergangslösung sinnvoller sein als eine Investition mit zwanzig Jahren Amortisationshorizont.
Ebenso, wenn das Gebäude kurzfristig verkauft oder abgerissen werden soll, oder wenn ein Aufstellort für das Außengerät baurechtlich oder schalltechnisch nicht darstellbar ist. In allen anderen Fällen spricht die Vollkostenrechnung deutlich für die Wärmepumpe.
Das werden wir oft gefragt
Ab wann rechnet sich die Wärmepumpe gegenüber Gas?
Bei geförderter Anschaffung ist der Eigenanteil oft schon zu Beginn niedriger als bei einer neuen Gasheizung. Der Vorteil wächst dann jährlich über die niedrigeren Betriebskosten. Ohne Förderung liegt der Break-even je nach Energiepreisen bei acht bis fünfzehn Jahren.
Darf ich 2026 noch eine Gasheizung einbauen?
In Bestandsgebäuden häufig ja, abhängig vom Stand der kommunalen Wärmeplanung Ihrer Gemeinde. Ab 2029 gelten dann steigende Mindestanteile erneuerbarer Gase. Prüfen Sie den Stand der Wärmeplanung bei Ihrer Kommune, bevor Sie sich festlegen.
Was ist mit einer Hybridlösung?
Wärmepumpe plus vorhandener Gaskessel als Spitzenlastdeckung ist technisch sinnvoll und förderfähig, sofern der Wärmepumpenanteil ausreicht. Nachteil: Sie warten und bezahlen zwei Systeme und behalten den Schornsteinfeger. Bei ohnehin altem Kessel lohnt meist der vollständige Umstieg.
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