
Wärmepumpe mit Photovoltaik und Stromspeicher
Was der Akku für die Wärmepumpe wirklich bringt — und warum er im Winter kaum hilft.
Ein Stromspeicher erhöht die solare Deckung des Wärmepumpenstroms um 10 bis 15 Prozentpunkte, von etwa 30 auf 45 Prozent. Er wirkt fast ausschließlich im Sommerhalbjahr. Über den Wärmepumpenstrom allein amortisiert er sich meist nicht — über den gesamten Haushaltsstrom oft schon.
Was der Speicher leistet und was nicht
Ein Hausspeicher mit 10 Kilowattstunden verschiebt Mittagsüberschüsse in den Abend. Für die Wärmepumpe bedeutet das: Der abendliche und nächtliche Heizbetrieb kann teilweise aus dem Akku laufen, statt aus dem Netz.
Im Winter funktioniert das kaum. Eine 12-Kilowatt-Peak-Anlage erzeugt im Dezember an einem trüben Tag vielleicht 3 bis 5 Kilowattstunden — die vom Haushalt selbst verbraucht werden, bevor überhaupt ein Überschuss zum Laden entsteht. Genau dann braucht die Wärmepumpe 20 bis 30 Kilowattstunden täglich. Der Speicher bleibt leer.
Der bessere Speicher ist oft aus Wasser
Für die Wärmepumpe ist ein thermischer Speicher deutlich günstiger als ein elektrischer. Ein 300-Liter-Warmwasserspeicher, der von 40 auf 55 Grad geladen wird, nimmt rund 5 Kilowattstunden Wärme auf — erzeugt aus etwa 1,5 Kilowattstunden Strom.
Diese Speicherkapazität kostet als Warmwasserspeicher 1.500 bis 3.000 Euro und ist ohnehin nötig. Dieselbe nutzbare Energie als Batterie kostet rund 4.000 bis 6.000 Euro zusätzlich. Deshalb ist die SG-Ready-Ansteuerung, die den Speicher bei Solarüberschuss lädt, der wirtschaftlichere erste Schritt.
Wann sich der Akku trotzdem lohnt
Die Rechnung geht selten über die Wärmepumpe allein auf, sondern über den Gesamthaushalt. Kommt ein Elektroauto hinzu, steigt der nutzbare Eigenverbrauch deutlich und der Speicher amortisiert sich schneller.
Zweiter Faktor sind dynamische Stromtarife. Ein Speicher, der nachts zu niedrigen Börsenpreisen lädt und tagsüber entlädt, erschließt eine zweite Erlösquelle unabhängig von der Sonne. Wer das plant, sollte auf einen Wechselrichter mit entsprechender Regelungsschnittstelle achten.
Das werden wir oft gefragt
Wie groß sollte der Speicher sein?
Als Faustregel ein Kilowattstunde nutzbare Kapazität je 1.000 Kilowattstunden Jahresstromverbrauch. Bei 4.500 Kilowattstunden Haushalts- und 4.500 Kilowattstunden Wärmepumpenstrom sind das etwa 9 bis 10 Kilowattstunden.
Was kostet die Kombination?
Wärmepumpe, 12-Kilowatt-Peak-Anlage und 10-Kilowattstunden-Speicher liegen zusammen bei 50.000 bis 60.000 Euro brutto. Nach Förderung der Wärmepumpe bleiben 30.000 bis 40.000 Euro Eigenanteil.
Lohnt sich die Wärmepumpe ohne Photovoltaik?
Ja. Die PV-Anlage senkt die Betriebskosten um 25 bis 40 Prozent, ist aber keine Voraussetzung. Mit einem Wärmepumpentarif liegen die Heizkosten auch bei reinem Netzbezug meist unter denen einer Gasheizung mit CO2-Preis.
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