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SG Ready bei der Wärmepumpe

SG Ready bei der Wärmepumpe

Die Schnittstelle, über die PV-Überschuss zur Wärmepumpe findet — und was sie wirklich leistet.

Kurz gesagt

SG Ready ist ein Label des Bundesverbands Wärmepumpe für Geräte, die über zwei Schaltkontakte vier Betriebszustände annehmen können. Damit lässt sich die Wärmepumpe bei Solarüberschuss zum verstärkten Laden von Puffer und Warmwasserspeicher anregen oder bei Netzengpässen sperren.

Die vier Betriebszustände

Zwei potenzialfreie Kontakte ergeben vier Kombinationen. Der Wechselrichter oder ein Energiemanager schaltet sie je nach Solarüberschuss oder Netzsignal:

ZustandBedeutungTypischer Anlass
1 — SperreWärmepumpe pausiert, maximal zwei StundenNetzengpass beim Netzbetreiber
2 — NormalbetriebRegelung arbeitet nach eigener HeizkurveStandardzustand
3 — EinschaltempfehlungAnlage hebt Soll­temperaturen leicht anSolarüberschuss vorhanden
4 — AnlaufbefehlAnlage läuft mit erhöhten SolltemperaturenHoher Solarüberschuss

Die Zustände 3 und 4 sind Empfehlungen, keine Zwangsschaltungen. Die Wärmepumpe entscheidet weiterhin selbst, ob ein Anlauf technisch sinnvoll ist — etwa wenn der Speicher bereits geladen ist.

Was sich damit erreichen lässt

Der praktische Nutzen liegt in der Verschiebung des Verbrauchs in die Mittagsstunden. Statt den Warmwasserspeicher um sechs Uhr morgens mit Netzstrom zu laden, tut die Anlage das um dreizehn Uhr mit Solarstrom. Der Speicher wirkt dabei als Wärmespeicher — deutlich günstiger als eine gleich große Batteriekapazität.

Die zusätzliche Eigenverbrauchsdeckung liegt bei fünf bis zehn Prozentpunkten. Das klingt wenig, kostet aber nichts, wenn beide Geräte die Schnittstelle mitbringen: Es sind zwei Steuerleitungen zwischen Wechselrichter und Wärmepumpe.

Abgrenzung zu Paragraf 14a EnWG

SG Ready wird häufig mit der Steuerbarkeit nach Paragraf 14a des Energiewirtschaftsgesetzes verwechselt. Beide nutzen ähnliche Technik, verfolgen aber unterschiedliche Zwecke.

Paragraf 14a verpflichtet Betreiber neuer Wärmepumpen, dem Netzbetreiber eine Leistungsreduzierung auf 4,2 Kilowatt zu ermöglichen; im Gegenzug sinken die Netzentgelte. SG Ready dagegen ist freiwillig und dient der Eigenverbrauchsoptimierung. In der Praxis werden beide Funktionen über dieselbe Steuerschnittstelle abgebildet.

Häufige Fragen

Das werden wir oft gefragt

Brauche ich SG Ready für die Förderung?

Die Förderrichtlinie verlangt, dass die Wärmepumpe über eine Schnittstelle netzdienlich ansteuerbar ist. Das SG-Ready-Label ist der übliche Nachweis dafür; alle aktuellen Geräte am Markt erfüllen die Anforderung.

Kann ich SG Ready nachrüsten?

Wenn die Wärmepumpe die Kontakte besitzt, ja — es sind zwei Steuerleitungen zum Wechselrichter oder Energiemanager. Fehlen die Eingänge am Gerät, ist eine Nachrüstung meist nicht möglich; dann hilft nur eine Steuerung über die Herstellerschnittstelle, sofern vorhanden.

Bringt SG Ready ohne Photovoltaik etwas?

Wenig. Ohne eigene Erzeugung gibt es keinen Überschuss zu verschieben. Relevant wird es bei dynamischen Stromtarifen, wo sich der Betrieb in günstige Börsenstunden verlagern lässt — dafür braucht es allerdings einen Energiemanager, der die Preise auswertet.

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