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Wärmepumpentarif: Strom günstiger beziehen

Wärmepumpentarif: Strom günstiger beziehen

Eigener Zähler, reduzierte Netzentgelte, steuerbare Leistung — was der Tarif verlangt und bringt.

Kurz gesagt

Wärmepumpentarife kosten 22 bis 28 Cent je Kilowattstunde statt 30 bis 38 für Haushaltsstrom. Voraussetzung sind ein separater Zähler und die Zustimmung zur Leistungssteuerung nach Paragraf 14a EnWG. Bei 5.000 Kilowattstunden spart das 300 bis 500 Euro im Jahr.

Warum der Tarif günstiger ist

Wärmepumpen gelten als steuerbare Verbrauchseinrichtungen. Der Netzbetreiber darf ihre Leistung bei Netzengpässen vorübergehend auf 4,2 Kilowatt begrenzen. Als Gegenleistung sinken die Netzentgelte, was den Arbeitspreis senkt.

Seit 2024 regelt das Paragraf 14a des Energiewirtschaftsgesetzes verbindlich für neue Anlagen. Betreiber wählen zwischen einer pauschalen Reduzierung des Netzentgelts und einer prozentualen Reduzierung des Arbeitspreises. Welche Variante günstiger ist, hängt vom Jahresverbrauch ab: Die Pauschale lohnt bei niedrigem, die prozentuale Variante bei hohem Verbrauch.

Was technisch nötig ist

Der Wärmepumpenstrom muss getrennt gemessen werden. Dafür gibt es zwei Wege:

  • Separater Zähler

    Eigener Zählerplatz für die Wärmepumpe, eigener Vertrag. Klassische Lösung, kostet 300 bis 800 Euro Einbau plus jährliche Messstellengebühr von 20 bis 50 Euro.

  • Kaskadenmessung

    Ein Hauptzähler für das Haus, ein Unterzähler für die Wärmepumpe. Ermöglicht, dass PV-Strom sowohl den Haushalt als auch die Wärmepumpe versorgt, und ist bei Eigenverbrauch meist die bessere Wahl.

  • Steuerbarkeit

    Die Anlage braucht eine Schnittstelle, über die der Netzbetreiber die Leistung reduzieren kann — technisch dieselbe Schnittstelle wie SG Ready. Alle aktuellen Geräte bringen sie mit.

Lohnt sich der Aufwand?

Bei 5.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch und 8 Cent Preisunterschied ergibt der Tarif 400 Euro Ersparnis jährlich. Dem stehen einmalig 300 bis 800 Euro Einbaukosten und jährlich 20 bis 50 Euro Messgebühr gegenüber — die Investition ist nach etwa einem bis zwei Jahren gedeckt.

Ab welchem Verbrauch es sich rechnet, lässt sich einfach abschätzen: Bei unter 2.500 Kilowattstunden im Jahr, etwa bei einer reinen Brauchwasserwärmepumpe, überwiegen meist die Fixkosten. Darüber lohnt der eigene Zähler fast immer.

Häufige Fragen

Das werden wir oft gefragt

Darf der Netzbetreiber meine Wärmepumpe abschalten?

Nein, nur die Leistung auf 4,2 Kilowatt reduzieren, und das zeitlich begrenzt. Das Haus bleibt warm, zumal ein Pufferspeicher solche Phasen überbrückt. Vollständige Abschaltungen sind nach Paragraf 14a nicht zulässig.

Kann ich Wärmepumpentarif und PV-Eigenverbrauch kombinieren?

Ja, mit passender Messkonzeption. Üblich ist die Kaskadenmessung, bei der der PV-Strom vorrangig genutzt wird und nur der Restbezug über den Wärmepumpentarif läuft. Die Konzeption stimmen wir mit dem Netzbetreiber ab.

Wie finde ich den günstigsten Tarif?

Über die üblichen Vergleichsportale, mit Filter auf Wärmestrom oder Heizstrom. Achten Sie auf die Vertragslaufzeit, Preisgarantien und darauf, ob der Tarif für Ihren Zählertyp gilt — nicht jeder Anbieter beliefert jede Messkonzeption.

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