
Brauchwasserwärmepumpen im Test
Welche Prüfwerte aussagekräftig sind — und welche nur gut aussehen.
Entscheidend sind vier Werte: der COP nach EN 16147 bei der passenden Zapfklasse, die Bereitschaftsverluste in Kilowattstunden pro 24 Stunden, die untere Lufteinsatzgrenze und der Schallleistungspegel. Werbe-COPs ohne Angabe des Prüfpunkts sind nicht vergleichbar.
Die vier Werte, die zählen
Brauchwasserwärmepumpen werden nach EN 16147 geprüft. Wer Datenblätter vergleicht, sollte auf diese Angaben achten:
- COP mit Prüfbedingung
Immer mit Lufttemperatur und Zapfprofil angegeben, etwa A15/W10-55 bei Zapfprofil L. Ein COP von 3,5 bei 20 Grad Luft ist nicht vergleichbar mit 3,0 bei 7 Grad — im kalten Keller zählt der zweite Wert.
- Bereitschaftsverluste
In Kilowattstunden je 24 Stunden. Gute Geräte liegen bei 0,5 bis 0,9, schwächere über 1,3. Über ein Jahr sind das 180 bis 475 Kilowattstunden Unterschied — bei reiner Bereitschaft, ohne jede Entnahme.
- Untere Lufteinsatzgrenze
Geräte, die bis minus fünf Grad arbeiten, lassen sich auch in unbeheizten Nebenräumen oder mit Außenluftführung betreiben. Solche mit Grenze bei plus sieben Grad brauchen einen warmen Aufstellraum.
- Schallleistungspegel
Relevant, wenn das Gerät unter Wohnräumen steht. Werte um 50 Dezibel sind unauffällig, über 60 Dezibel im Reihenhauskeller spürbar.
Wie Testergebnisse zu lesen sind
Unabhängige Tests prüfen meist unter Laborbedingungen mit definiertem Zapfprofil. Das macht Geräte untereinander vergleichbar, sagt aber wenig über Ihren Keller aus: Ein Gerät, das im Test bei 20 Grad Raumluft glänzt, kann bei 8 Grad im unbeheizten Keller deutlich abfallen.
Achten Sie deshalb darauf, ob der Test Werte für mehrere Lufttemperaturen ausweist. Und prüfen Sie das Zapfprofil: Profil M entspricht etwa zwei Personen, Profil L drei bis vier, Profil XL größeren Haushalten. Ein Gerät, das bei M gut abschneidet, muss bei XL nicht mithalten.
Worauf es in der Praxis ankommt
Nach unserer Erfahrung entscheidet weniger das Fabrikat als die Aufstellsituation. Ein durchschnittliches Gerät in einem 12 Grad warmen Heizungskeller mit ausreichendem Raumvolumen arbeitet besser als ein Spitzengerät in einem 6 Grad kalten Raum mit zu engem Luftkanal.
Zweiter Praxisfaktor ist die Verfügbarkeit von Service und Ersatzteilen. Brauchwasserwärmepumpen laufen 15 bis 20 Jahre; ein Gerät ohne regionalen Service kann bei einem Defekt zum Problem werden, unabhängig vom Testergebnis.
Das werden wir oft gefragt
Welche Brauchwasserwärmepumpe ist die beste?
Es gibt keine, die für jeden Keller die beste ist. Entscheidend ist die Passung: Lufteinsatzgrenze zur Raumtemperatur, Speichergröße zum Haushalt, Bauhöhe zum Raum und Schallpegel zur Lage. Wir wählen anhand dieser vier Punkte aus.
Sind teure Geräte deutlich besser?
Der Effizienzunterschied zwischen Mittelklasse und Spitzengerät liegt meist bei 10 bis 20 Prozent, der Preisunterschied oft bei 40 Prozent. Wichtiger sind niedrige Bereitschaftsverluste und eine passende Lufteinsatzgrenze.
Ist eine Brauchwasserwärmepumpe überhaupt sinnvoll?
Als Ersatz für einen elektrischen Boiler fast immer, weil sie zwei Drittel des Stroms spart. Als Ergänzung zu einer Heizungswärmepumpe dann, wenn sie deren Vorlauftemperatur dauerhaft senken kann. Neben einer Gasheizung, die ohnehin läuft, rechnet sie sich langsamer.
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