
Stromverbrauch für Warmwasser
Was Duschen wirklich kostet — pro Person, pro Tag, pro Jahr.
Die Warmwasserbereitung mit Wärmepumpe kostet 500 bis 800 Kilowattstunden Strom je Person und Jahr. Ein Vier-Personen-Haushalt kommt auf 2.000 bis 3.200 Kilowattstunden, also 500 bis 800 Euro. Pro Tag sind das etwa 5 bis 9 Kilowattstunden.
Die Rechnung
Eine Person verbraucht im Mittel 30 bis 50 Liter Warmwasser täglich. Um einen Liter von 10 auf 50 Grad zu erwärmen, werden rund 0,047 Kilowattstunden Wärme benötigt. Bei 40 Litern täglich ergibt das etwa 1,9 Kilowattstunden Wärme pro Person und Tag, also rund 690 im Jahr.
Geteilt durch eine Arbeitszahl von 2,5 bis 3,0 im Warmwasserbetrieb ergibt das 230 bis 280 Kilowattstunden Strom je Person — theoretisch. In der Praxis liegen die Werte mit 500 bis 800 Kilowattstunden deutlich höher, weil Speicherverluste, Zirkulation und Legionellenschaltung hinzukommen.
Wo die Differenz entsteht
Zwischen theoretischem Bedarf und realem Verbrauch liegen oft mehr als hundert Prozent. Diese drei Posten erklären den Unterschied:
| Posten | Verbrauch pro Jahr | Anmerkung |
|---|---|---|
| Nutzwärme, 4 Personen | ca. 920 kWh Strom | Der eigentliche Bedarf |
| Speicher-Bereitschaftsverluste | 150 – 400 kWh | Abhängig von Dämmung und Aufstellraum |
| Zirkulationsleitung | 200 – 900 kWh | Größter Einzelposten bei Dauerbetrieb |
| Legionellenschaltung | 100 – 400 kWh | Bei täglichem statt wöchentlichem Lauf am oberen Rand |
Die Zirkulation ist der mit Abstand größte Hebel. Eine Pumpe, die rund um die Uhr läuft, kann mehr Energie verlieren, als der Haushalt an Warmwasser tatsächlich nutzt.
Drei Maßnahmen, die sofort wirken
Alle drei lassen sich ohne Umbau umsetzen, meist an einem Nachmittag:
- Zirkulation zeitlich begrenzen
Statt Dauerbetrieb nur morgens und abends für jeweils zwei Stunden, oder auf Anforderung über einen Taster. Ersparnis oft 300 bis 700 Kilowattstunden im Jahr.
- Speichertemperatur auf 48 bis 50 Grad
Jedes Grad weniger senkt Bereitschaftsverluste und verbessert die Arbeitszahl. Wichtig: Die wöchentliche Legionellenschaltung auf 60 Grad muss aktiv bleiben.
- Legionellenschaltung auf wöchentlich stellen
In der Werkseinstellung läuft sie mitunter täglich. Einmal pro Woche entspricht den Anforderungen für Ein- und Zweifamilienhäuser.
Das werden wir oft gefragt
Wie viel Strom kostet eine Dusche?
Eine Dusche von fünf Minuten verbraucht etwa 50 Liter Warmwasser, also rund 2,4 Kilowattstunden Wärme. Bei einer Arbeitszahl von 2,8 sind das 0,85 Kilowattstunden Strom, also etwa 21 Cent.
Warum ist die Arbeitszahl beim Warmwasser schlechter?
Weil die Zieltemperatur mit 50 bis 55 Grad deutlich über der Heiztemperatur liegt. Der größere Temperaturhub kostet Verdichterarbeit. Zusätzlich läuft die Bereitung ganzjährig, auch im Sommer bei hohen Quellentemperaturen — was den Wert wiederum etwas anhebt.
Lohnt sich eine separate Brauchwasserwärmepumpe?
Häufig ja, besonders im Altbau. Sie entkoppelt die Warmwasserbereitung von der Heizung, wodurch die Heizungsanlage dauerhaft mit niedrigerer Vorlauftemperatur arbeiten kann. Der Effekt auf die Jahresarbeitszahl der Hauptanlage ist oft größer als der Eigenverbrauch des Zusatzgeräts.
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