
Wärmepumpe für Heizung und Warmwasser
Ein Gerät, zwei Aufgaben — und der Temperaturkonflikt, der die Effizienz kostet.
Eine Wärmepumpe kann Heizung und Warmwasser versorgen, muss dafür aber zwei unterschiedliche Temperaturen liefern: 35 bis 50 Grad für die Heizung, 50 bis 55 Grad für den Warmwasserspeicher. Die Warmwasserbereitung läuft deshalb im Vorrangbetrieb und bestimmt die maximal nötige Vorlauftemperatur.
Der Zielkonflikt
Die Heizung will es so kühl wie möglich, das Warmwasser so heiß wie nötig. Für die Heizung genügen im Neubau 35 Grad, für hygienisch einwandfreies Trinkwarmwasser sind 50 bis 55 Grad Speichertemperatur üblich, für die wöchentliche Legionellenschaltung kurzzeitig 60 Grad.
Die Anlage muss also den höheren Wert können, soll aber die meiste Zeit den niedrigeren fahren. Gelöst wird das über den Vorrangbetrieb: Die Wärmepumpe unterbricht das Heizen, lädt den Warmwasserspeicher mit erhöhter Vorlauftemperatur und kehrt danach zur Heizkurve zurück.
Was das für die Effizienz bedeutet
Die Warmwasserbereitung läuft mit deutlich schlechterer Arbeitszahl als das Heizen — typischerweise 2,2 bis 3,0 statt 3,5 bis 4,5. Da sie 15 bis 25 Prozent der Jahreswärme ausmacht, zieht sie die Gesamtbilanz spürbar nach unten.
- Speichertemperatur senken
Jedes Grad über 50 kostet. 48 bis 50 Grad reichen für den Alltag, sofern die Legionellenschaltung wöchentlich auf 60 Grad geht. Bei kleinen Speichern unter 400 Litern in Ein- und Zweifamilienhäusern ist das hygienisch vertretbar.
- Legionellenschaltung nicht täglich
Eine häufige Fehleinstellung ab Werk. Einmal wöchentlich genügt; täglicher Betrieb kostet mehrere hundert Kilowattstunden im Jahr ohne jeden Nutzen.
- Zirkulation begrenzen
Eine dauerhaft laufende Zirkulationspumpe kann mehr Wärme verlieren, als der Haushalt an Warmwasser verbraucht. Zeitschaltung oder Anforderungstaster über einen Impulsgeber sind deutlich sparsamer.
- Warmwasser entkoppeln
Eine separate Brauchwasserwärmepumpe übernimmt das Warmwasser eigenständig. Die Heizungsanlage muss dann nie über die Heiztemperatur hinaus, was die Jahresarbeitszahl der Hauptanlage merklich hebt.
Speichergröße richtig wählen
Als Richtwert gelten 50 bis 60 Liter Speichervolumen je Person, bei Wärmepumpen eher am oberen Rand, weil die Nachheizleistung geringer ist als bei einem Gaskessel. Ein Vier-Personen-Haushalt fährt mit 250 bis 300 Litern gut.
Wichtiger als das Volumen ist die Wärmetauscherfläche im Speicher. Wärmepumpenspeicher haben deutlich größere Register als Gaskesselspeicher, damit die Wärme auch bei kleiner Temperaturdifferenz übertragen wird. Ein alter Speicher aus der Gasanlage passt deshalb meist nicht und zwingt die Wärmepumpe zu unnötig hohen Vorlauftemperaturen.
Das werden wir oft gefragt
Reicht eine Wärmepumpe für Heizung und Warmwasser?
Ja, das ist der Standardfall. Wichtig sind ein passend dimensionierter Speicher mit ausreichender Wärmetauscherfläche und eine korrekt eingestellte Vorrangregelung.
Wird das Wasser heiß genug?
50 bis 55 Grad Speichertemperatur entsprechen dem, was auch Gasheizungen üblicherweise liefern. Für die Dusche ist das mehr als ausreichend. Bei sehr hohem gleichzeitigem Bedarf entscheidet die Speichergröße, nicht die Temperatur.
Was kostet die Warmwasserbereitung?
Rund 500 bis 800 Kilowattstunden Strom je Person und Jahr. Bei vier Personen und 25 Cent sind das etwa 500 bis 800 Euro. Im gut gedämmten Neubau kann Warmwasser damit mehr kosten als das Heizen.
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