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Erdwärmepumpe: Kosten von Anlage und Erschließung

Erdwärmepumpe: Kosten von Anlage und Erschließung

Warum die Erschließung über den Preis entscheidet — und wann sie sich rechnet.

Kurz gesagt

Eine Erdwärmepumpe kostet komplett 30.000 bis 55.000 Euro brutto. Der Unterschied liegt fast vollständig in der Erschließung: Ein Flächenkollektor kostet 6.000 bis 12.000 Euro, eine Erdsondenbohrung 10.000 bis 20.000 Euro. Dafür sinken die Betriebskosten um 20 bis 30 Prozent gegenüber Luft.

Zwei Wege in den Boden

Erdwärme lässt sich flach oder tief erschließen. Der Flächenkollektor liegt in ein bis zwei Metern Tiefe und braucht etwa die eineinhalb- bis zweifache beheizte Fläche als unversiegelten, nicht überbauten Garten. Er ist günstiger, aber flächenintensiv.

Die Erdsonde geht 80 bis 150 Meter in die Tiefe und braucht kaum Grundstücksfläche, dafür eine wasserrechtliche Genehmigung. In Wasserschutzgebieten und Teilen Baden-Württembergs und Thüringens ist sie eingeschränkt oder ausgeschlossen. Die Bohrung kostet 60 bis 120 Euro je Meter.

Gesamtkosten im Vergleich

Die Zahlen gelten für ein Einfamilienhaus mit rund 10 Kilowatt Heizlast, komplett eingebaut und vor Förderung.

VarianteErschließungKomplettpreisJAZ typisch
Luft-Wasser (Vergleich)entfällt27.000 – 40.000 €3,0 – 4,5
Sole-Wasser, Flächenkollektor6.000 – 12.000 €30.000 – 45.000 €4,0 – 4,8
Sole-Wasser, Erdsonde10.000 – 20.000 €35.000 – 55.000 €4,2 – 5,0
Wasser-Wasser, Brunnen8.000 – 16.000 €35.000 – 50.000 €4,5 – 5,5

Erdwärme erhält zusätzlich den Effizienzbonus von 5 Prozent. Da der Förderhöchstbetrag aber bei 30.000 Euro liegt, wächst der Eigenanteil bei teuren Anlagen trotzdem stärker als der Zuschuss.

Wann sich der Mehrpreis rechnet

Der Vorteil der Erdwärme liegt in der konstanten Quellentemperatur: Während die Luftwärmepumpe im Januar bei minus zehn Grad arbeiten muss, liefert das Erdreich ganzjährig acht bis zwölf Grad. Das ergibt eine um 0,5 bis 1,0 höhere Jahresarbeitszahl und damit 20 bis 30 Prozent weniger Strom.

Bei 8.000 Kilowattstunden Wärmepumpenstrom im Jahr sind das rund 500 Euro Ersparnis jährlich. Gegenüber einem Mehrpreis von 12.000 Euro ergibt das eine Amortisation nach etwa 24 Jahren — zu lang für ein kleines Haus, aber deutlich attraktiver bei hohem Wärmebedarf, im Mehrfamilienhaus oder wenn ohnehin gebaggert wird.

Häufige Fragen

Das werden wir oft gefragt

Brauche ich für die Bohrung eine Genehmigung?

Ja, eine wasserrechtliche Erlaubnis der unteren Wasserbehörde. Die Bearbeitung dauert typischerweise vier bis zwölf Wochen. In Wasserschutzgebieten wird sie oft versagt. Wir prüfen die Zulässigkeit, bevor ein Angebot erstellt wird.

Wie viel Garten braucht ein Flächenkollektor?

Etwa die eineinhalb- bis zweifache beheizte Wohnfläche, bei 150 Quadratmetern also 225 bis 300 Quadratmeter. Die Fläche darf nicht überbaut oder versiegelt und nicht tief bepflanzt werden. Rasen und Beete sind unproblematisch.

Ist Erdwärme wartungsintensiver?

Nein, eher weniger. Es gibt kein Außengerät mit Ventilator und keinen Abtaubetrieb. Die Sole-Umwälzpumpe und der Soledruck werden bei der jährlichen Wartung geprüft, die etwa 150 bis 250 Euro kostet.

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