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Erdwärmepumpe: Kosten von Anlage und Erschließung

Erdwärmepumpe: Kosten von Anlage und Erschließung

Warum die Erschließung über den Preis entscheidet — und wann sie sich rechnet.

Kurz gesagt

Bei der Erdwärmepumpe entscheidet die Erschließung über die Kosten: Ein Flächenkollektor ist deutlich günstiger als eine Erdsondenbohrung, braucht aber viel Gartenfläche. Der Mehraufwand gegenüber Luft fließt in eine höhere Jahresarbeitszahl zurück und senkt die Betriebskosten um 20 bis 30 Prozent.

Zwei Wege in den Boden

Erdwärme lässt sich flach oder tief erschließen. Der Flächenkollektor liegt in ein bis zwei Metern Tiefe und braucht etwa die eineinhalb- bis zweifache beheizte Fläche als unversiegelten, nicht überbauten Garten. Er ist günstiger, aber flächenintensiv.

Die Erdsonde geht 80 bis 150 Meter in die Tiefe und braucht kaum Grundstücksfläche, dafür eine wasserrechtliche Genehmigung. In Wasserschutzgebieten und Teilen Baden-Württembergs und Thüringens ist sie eingeschränkt oder ausgeschlossen. Abgerechnet wird die Bohrung nach Metern, weshalb die Bohrtiefe der wichtigste Kostenfaktor ist.

Aufwand und Effizienz im Vergleich

Die Übersicht gilt für ein Einfamilienhaus mit rund 10 Kilowatt Heizlast, komplett eingebaut. Verglichen wird relativ zur Luft-Wasser-Wärmepumpe.

VarianteErschließungInvestition im VergleichJAZ typisch
Luft-Wasser (Vergleich)entfälltReferenz3,0 – 4,5
Sole-Wasser, FlächenkollektorAushub und VerlegungModerater Aufschlag4,0 – 4,8
Sole-Wasser, ErdsondeBohrung und GenehmigungDeutlichster Aufschlag4,2 – 5,0
Wasser-Wasser, BrunnenZwei Brunnen, WasseranalyseDeutlicher Aufschlag4,5 – 5,5

Erdwärme erhält zusätzlich den Effizienzbonus von 5 Prozent. Da der Förderhöchstbetrag aber bei 30.000 Euro förderfähigen Kosten liegt, wächst der Eigenanteil bei aufwendigen Anlagen trotzdem stärker als der Zuschuss.

Wann sich der Mehraufwand rechnet

Der Vorteil der Erdwärme liegt in der konstanten Quellentemperatur: Während die Luftwärmepumpe im Januar bei minus zehn Grad arbeiten muss, liefert das Erdreich ganzjährig acht bis zwölf Grad. Das ergibt eine um 0,5 bis 1,0 höhere Jahresarbeitszahl und damit 20 bis 30 Prozent weniger Strom.

Im Einfamilienhaus mit moderatem Wärmebedarf braucht diese Ersparnis lange, um die höhere Investition auszugleichen — meist über zwei Jahrzehnte. Deutlich attraktiver wird Erdwärme bei hohem Wärmebedarf, im Mehrfamilienhaus, bei gewünschter passiver Kühlung oder wenn für andere Arbeiten ohnehin gebaggert wird.

Häufige Fragen

Das werden wir oft gefragt

Brauche ich für die Bohrung eine Genehmigung?

Ja, eine wasserrechtliche Erlaubnis der unteren Wasserbehörde. Die Bearbeitung dauert typischerweise vier bis zwölf Wochen. In Wasserschutzgebieten wird sie oft versagt. Wir prüfen die Zulässigkeit, bevor ein Angebot erstellt wird.

Wie viel Garten braucht ein Flächenkollektor?

Etwa die eineinhalb- bis zweifache beheizte Wohnfläche, bei 150 Quadratmetern also 225 bis 300 Quadratmeter. Die Fläche darf nicht überbaut oder versiegelt und nicht tief bepflanzt werden. Rasen und Beete sind unproblematisch.

Ist Erdwärme wartungsintensiver?

Nein, eher weniger. Es gibt kein Außengerät mit Ventilator und keinen Abtaubetrieb. Die Sole-Umwälzpumpe und der Soledruck werden bei der jährlichen Wartung geprüft, die günstiger ausfällt als bei einer Gas- oder Ölheizung mit Abgasmessung.

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