
Luftwärmepumpe oder Erdwärmepumpe?
Der Mehrpreis der Erdwärme gegen ihren Effizienzvorsprung — mit Rechnung.
Die Luftwärmepumpe kostet 8.000 bis 15.000 Euro weniger, die Erdwärmepumpe spart 20 bis 30 Prozent Betriebskosten. Bei kleinem Wärmebedarf amortisiert sich der Mehrpreis meist nicht, bei hohem Bedarf oder wenn ohnehin gebaggert wird, schon.
Der direkte Vergleich
Beide Bauarten arbeiten nach demselben Prinzip und unterscheiden sich nur in der Wärmequelle. Die Folgen für Kosten, Aufwand und Effizienz sind allerdings erheblich.
| Kriterium | Luftwärmepumpe | Erdwärmepumpe |
|---|---|---|
| Investition komplett | 27.000 – 40.000 € | 35.000 – 55.000 € |
| Jahresarbeitszahl | 3,0 – 4,5 | 4,2 – 5,0 |
| Genehmigung | in der Regel keine | wasserrechtliche Erlaubnis |
| Platzbedarf | Außengerät, ca. 2 m² | Bohrzufahrt oder große Gartenfläche |
| Geräusche | Außengerät hörbar | keine Außengeräusche |
| Kühlung | aktiv, mit Verdichter | passiv, nahezu kostenlos |
| Realisierungsdauer | wenige Wochen | drei bis sechs Monate |
Die Amortisationsrechnung
Beispiel: Einfamilienhaus mit 20.000 Kilowattstunden Wärmebedarf. Luftwärmepumpe mit Jahresarbeitszahl 3,6, Erdwärmepumpe mit 4,6, Strompreis 25 Cent.
Die Luftwärmepumpe verbraucht 5.560 Kilowattstunden im Jahr, das sind 1.390 Euro. Die Erdwärmepumpe kommt mit 4.350 Kilowattstunden aus, also 1.090 Euro. Die jährliche Ersparnis beträgt rund 300 Euro. Bei 12.000 Euro Mehrinvestition ergibt das eine Amortisation nach etwa 40 Jahren — deutlich länger als die Lebensdauer der Wärmepumpe.
Anders sieht es bei 40.000 Kilowattstunden Wärmebedarf aus, etwa in einem großen oder unsanierten Gebäude: Dort verdoppelt sich die jährliche Ersparnis auf rund 600 Euro und die Amortisation fällt auf etwa 20 Jahre. Ab diesem Punkt wird Erdwärme wirtschaftlich interessant.
Wann welche Bauart gewinnt
Für die Luftwärmepumpe sprechen ein normal großer Wärmebedarf, ein knappes Budget, ein enger Zeitplan, ein kleines oder unzugängliches Grundstück und die Kombination mit Photovoltaik, die den höheren Strombedarf teilweise auffängt.
Für die Erdwärme sprechen hoher Wärmebedarf, ein Neubau mit ohnehin laufenden Erdarbeiten, strenge Schallanforderungen in dichter Bebauung, der Wunsch nach passiver Kühlung und ein langer Anlagenhorizont, bei dem die Sonde zwei Gerätegenerationen trägt.
Das werden wir oft gefragt
Was ist effizienter, Luft oder Erdwärme?
Erdwärme, um 0,5 bis 1,0 Punkte bei der Jahresarbeitszahl, was 20 bis 30 Prozent Stromersparnis entspricht. Die Vorlauftemperatur wirkt allerdings noch stärker: Eine Luftwärmepumpe mit 35 Grad Vorlauf schlägt eine Erdwärmeanlage mit 55 Grad.
Lohnt sich Erdwärme im Einfamilienhaus?
Bei normalem Wärmebedarf selten allein über die Energieeinsparung. Sie lohnt, wenn ohnehin Erdarbeiten anstehen, das Grundstück groß ist, Schallschutz kritisch wäre oder passive Kühlung gewünscht ist.
Kann ich später von Luft auf Erdwärme wechseln?
Technisch ja, wirtschaftlich selten sinnvoll, weil die Erschließung dann nachträglich in einen fertigen Garten eingebracht werden muss. Die Entscheidung sollte vor der ersten Investition fallen.
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