
Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus
Zentral, dezentral oder Kaskade — Konzepte, Kosten und Förderung je Wohneinheit.
Im Mehrfamilienhaus arbeiten meist Kaskaden aus zwei bis vier Geräten mit 20 bis 60 Kilowatt Gesamtleistung. Die Kosten liegen bei 50.000 bis 120.000 Euro. Gefördert werden 30.000 Euro für die erste Wohneinheit, je 15.000 für die zweite bis sechste und je 8.000 ab der siebten.
Drei Konzepte
Anders als im Einfamilienhaus gibt es im Mehrfamilienhaus mehrere sinnvolle Anlagenkonzepte, die sich in Investition, Abrechnung und Warmwasserlösung deutlich unterscheiden.
| Konzept | Prinzip | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|---|
| Zentrale Kaskade | Mehrere Geräte im Verbund, ein Heizkreis | Beste Effizienz, ein Wartungsvertrag | Zentrale Warmwasserverteilung nötig |
| Zentral + Wohnungsstationen | Kaskade plus Frischwasserstation je Wohnung | Kein stehendes Warmwasser, verbrauchsgenaue Abrechnung | Höhere Investition je Wohnung |
| Dezentral je Wohnung | Eigene kleine Wärmepumpe je Einheit | Getrennte Abrechnung, kein Verteilnetz | Viele Außengeräte, schlechtere Effizienz |
Für Bestandsgebäude mit vorhandener Zentralheizung ist die zentrale Kaskade fast immer die wirtschaftlichste Lösung, weil das Verteilnetz bereits liegt.
Förderung je Wohneinheit
Der Förderhöchstbetrag steigt mit der Zahl der Wohneinheiten: 30.000 Euro für die erste, je 15.000 Euro für die zweite bis sechste und je 8.000 Euro ab der siebten. Ein Sechsfamilienhaus kommt damit auf 105.000 Euro förderfähige Kosten.
Bei einem Fördersatz von 55 Prozent, also Grundförderung plus Klimageschwindigkeits- und Effizienzbonus, ergibt das bis zu 57.750 Euro Zuschuss. Der Einkommensbonus gilt nur für selbstnutzende Eigentümer und damit im vermieteten Mehrfamilienhaus in der Regel nicht.
Die kritischen Punkte im Bestand
Der Warmwasserbedarf ist im Mehrfamilienhaus der schwierigere Teil. Zentrale Speicher über 400 Liter unterliegen strengeren Anforderungen an die Legionellenprophylaxe, was höhere Systemtemperaturen erzwingt und die Arbeitszahl drückt. Frischwasserstationen je Wohnung umgehen das, kosten aber mehr.
Zweiter Punkt ist die Aufstellung: Mehrere Außengeräte summieren sich im Schallpegel. Bei vier Geräten liegt der Gesamtpegel rund 6 Dezibel über dem eines einzelnen. Der Nachweis nach TA Lärm ist hier keine Formalie, sondern häufig der begrenzende Faktor bei der Standortwahl.
Das werden wir oft gefragt
Was kostet eine Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus?
Für ein Sechsfamilienhaus mit 40 Kilowatt Gesamtleistung sind 70.000 bis 110.000 Euro realistisch, je nach Warmwasserkonzept und Zustand des Verteilnetzes. Nach Förderung bleiben oft 30 bis 50 Prozent Eigenanteil.
Lohnt sich Erdwärme im Mehrfamilienhaus eher?
Ja, häufig. Weil der Wärmebedarf hoch ist, wirkt der Effizienzvorsprung von 20 bis 30 Prozent in absoluten Zahlen deutlich stärker. Die Amortisation der Bohrung fällt entsprechend kürzer aus als im Einfamilienhaus.
Kann ich die Heizkosten weiterhin verbrauchsabhängig abrechnen?
Ja. Mit Wärmemengenzählern je Wohnung funktioniert die Abrechnung wie bei einer Zentralheizung. Bei Frischwasserstationen wird zusätzlich der Warmwasseranteil je Einheit erfasst.
Passend zu diesem Thema
Gemeinsam zu einer nachhaltigen Zukunft
Sichern Sie sich Ihre kostenlose und unverbindliche Beratung. Wir finden die passende Energielösung für Ihr Zuhause.
