
Wärmepumpe mit Solarthermie kombinieren
Warme Kollektoren statt Solarstrom — wann sich die Kombination noch rechnet und wann nicht.
Technisch lassen sich Solarthermie und Wärmepumpe kombinieren, wirtschaftlich lohnt es sich heute meist nicht mehr. Photovoltaik ist pro investiertem Euro flexibler, weil der Strom auch Haushalt und Auto versorgt. Sinnvoll bleibt Solarthermie, wenn bereits eine funktionierende Anlage vorhanden ist.
Warum sich das Verhältnis gedreht hat
Solarthermie war lange die effizientere Art, Sonnenenergie zu nutzen: Ein Kollektor wandelt etwa 50 Prozent der Einstrahlung in Wärme um, ein PV-Modul nur 20 bis 22 Prozent in Strom. Nach dieser Rechnung müsste Solarthermie klar vorn liegen.
Entscheidend ist aber nicht der Wirkungsgrad, sondern der Nutzen je investiertem Euro. PV-Module sind seit 2010 um über 80 Prozent günstiger geworden, Solarkollektoren kaum. Und Solarstrom kann alles: Wärmepumpe, Haushaltsgeräte, Elektroauto, Einspeisung. Solarthermiewärme kann nur eines — heizen, und im Sommer, wenn sie im Überfluss da ist, wird sie nicht gebraucht.
Wann die Kombination trotzdem sinnvoll ist
Es gibt Konstellationen, in denen Solarthermie neben der Wärmepumpe ihren Platz behält:
- Vorhandene, funktionierende Anlage
Wer bereits Kollektoren auf dem Dach hat, sollte sie einbinden. Die Anlage ist bezahlt, und jede Kilowattstunde Solarwärme entlastet die Wärmepumpe unmittelbar.
- Sehr hoher Warmwasserbedarf
Bei großen Haushalten, Mehrfamilienhäusern oder gewerblicher Nutzung mit gleichmäßigem Bedarf über das Jahr rechnet sich die thermische Nutzung eher.
- Begrenzte Dachfläche mit Warmwasserfokus
Auf kleiner Fläche liefert Solarthermie mehr nutzbare Wärme als PV. Wenn nur wenige Quadratmeter zur Verfügung stehen und primär Warmwasser gedeckt werden soll, kann das den Ausschlag geben.
- Regeneration von Erdsonden
Überschusswärme aus dem Sommer lässt sich ins Erdreich einspeisen und hebt die Quellentemperatur der Folgeheizperiode. Ein Sonderfall, aber technisch elegant.
Technische Einbindung
Die Einbindung erfolgt über einen Kombispeicher mit getrennten Wärmetauschern oder über zwei Speicher in Reihe. Wichtig ist, dass die Regelung Vorrang für die Solarthermie kennt: Steht Solarwärme zur Verfügung, muss die Wärmepumpe pausieren, statt gegen den Kollektor anzuheizen.
Ein häufiger Planungsfehler ist ein zu hoch angesetzter Speichersollwert. Lädt die Wärmepumpe den Speicher morgens auf 55 Grad, kann der Kollektor mittags nichts mehr beitragen. Richtig eingestellt hält die Anlage vormittags eine niedrigere Temperatur und lässt die Sonne den Rest erledigen.
Das werden wir oft gefragt
Was ist besser: Photovoltaik oder Solarthermie zur Wärmepumpe?
In fast allen Fällen Photovoltaik. Der Strom ist universell nutzbar, die Anlage günstiger je Kilowattstunde Ertrag und die Kombination mit der Wärmepumpe regelungstechnisch einfacher. Solarthermie lohnt vor allem bei bereits vorhandenen Anlagen.
Was kostet die Kombination?
Eine Solarthermieanlage für Warmwasser und Heizungsunterstützung kostet 8.000 bis 14.000 Euro, zuzüglich Kombispeicher. Zusammen mit der Wärmepumpe sind 40.000 bis 55.000 Euro realistisch. Die Solarthermie ist im Rahmen der Bundesförderung als Einzelmaßnahme förderfähig.
Kann ich meine alte Solarthermieanlage weiterbetreiben?
In der Regel ja. Voraussetzung ist ein Speicher mit passendem Wärmetauscher und eine Regelung, die beide Wärmeerzeuger koordiniert. Wir prüfen den Zustand von Kollektoren, Solekreis und Frostschutz vor der Einbindung.
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